Die Lage im Persischen Golf hat sich drastisch verschärft. Die USA haben die aktiven Militäroperationen gegen den Iran wiederaufgenommen, als Reaktion auf die Blockade der kritisch wichtigen Straße von Hormus. Laut Berichten von RBC-Ukraine, unter Berufung auf das US-Zentralbefehlshaberamt (CENTCOM) und die Agentur Bloomberg, begann die neue Angriffswelle am 16. Juli.
Neue Eskalationsstufe
Die amerikanischen Angriffe erfolgten am fünften Tag, nachdem das Schiffsverkehrsaufkommen in der Straße von Hormus drastisch zurückgegangen war. Nach Angaben der Militärs begannen die Angriffe um 14:00 Uhr Ostküstenzeit. Das offizielle Ziel der Operation, wie vom CENTCOM verkündet, ist die „weitere Schwächung des iranischen militärischen Potenzials“.
Als Reaktion auf die vorläufigen US-Angriffe ergriff der Iran Gegenmaßnahmen: Es wurden Beschussaktionen gegen US-Stützpunkte im Kuwait und in Jordanien registriert. Die Streitkräfte Kuwaits bestätigten Explosionen und stellten fest, dass diese das Ergebnis der Arbeit von Flugabwehrsystemen waren, die feindliche Ziele abfingen.
Position Teherans und Bedrohung der Verbündeten
Teheran zeigt Entschlossenheit und hat keine Absicht, vor Drohungen zurückzuweichen. Ein Sprecher der iranischen Armee erklärte: „Solange die USA das iranische Rechtssystem nicht anerkennen, wird diese Straße geschlossen bleiben“. Diese Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund von Warnungen des US-Präsidenten Donald Trump vor möglichen Luftangriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken.
Die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts geht über die Region hinaus. Der Iran hat seine Verbündeten, die Huthi-Rebellen im Jemen, aufgefordert, bereit zu sein, eine weitere strategische Ölroute im Roten Meer zu schließen. Reuters berichtet, dass dieser Schritt umgesetzt werden könnte, falls die USA die Energieinfrastruktur des Irans angreifen.
Wirtschaftliche Folgen und Logistik
Die Situation mit dem Gütertransport bleibt angespannt. Der kommerzielle Verkehr durch die Straße findet derzeit nur äußerst selten statt. Transittransporte beschränken sich hauptsächlich auf Schiffe, die mit dem Iran verbunden sind und die von Teheran genehmigte nördliche Route nutzen. Bloomberg stellt jedoch fest, dass einige Ölladungen die Straße überqueren, wobei sie ihren Standort verschleiern.
Vor dem Hintergrund der in der vergangenen Woche begonnenen Eskalation haben die USA die Blockade iranischer Häfen wiederaufgenommen und den Verzicht auf Sanktionen gegen iranisches Öl widerrufen. Die Blockade wurde erstmals im April verhängt, wurde aber nach der Unterzeichnung einer vorläufigen Friedensvereinbarung aufgehoben.
Wirtschaftsindikatoren reagieren sofort auf den Konflikt:
- Der iranische Rial hat im letzten Monat im Vergleich zum Zeitraum der vorläufigen Vereinbarung um 20% an Wert verloren.
- Die Preise für Rohöl der Sorte Brent sind um 11% gestiegen und haben einen Wert von rund 85 Dollar pro Barrel erreicht.
Position Washingtons
Trotz der aktiven Kampfhandlungen versucht die US-Führung, die Grenzen des Konflikts festzulegen. US-Vizepräsident JD Vance wies die Vermutung zurück, dass Verhandlungen mit dem Iran nutzlos seien. Er versicherte, dass die USA nicht planen, Bodentruppen zur Regimeänderung einzusetzen.
„Wir haben nicht vor, 150.000 Bodentruppen zu entsenden, um ein Regime zu stürzen, wenn die Menschen vor Ort dies nicht selbst erreichen wollen“, erklärte Vance.
Die letzte Angriffswelle der USA, die vom 15. bis 16. Juli durchgeführt wurde, richtete sich gegen Militärobjekte im Süden der Islamischen Republik. Obwohl die Intensität der Bombardierungen derzeit noch hinter dem Höhepunkt des Krieges im März und Anfang April zurückbleibt, ist der Konflikt offensichtlich in eine neue Phase übergegangen.