„Wirtschaftliche Wut“ statt Invasion: Trump tauscht militärische Gewalt gegen eine totale Blockade von Kuba und dem Iran
Die Regierung von Donald Trump hat ihre Außenpolitik grundlegend angepasst und Szenarien direkter militärischer Interventionen gegen Kuba und den Iran vorübergehend auf Eis gelegt, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Quellen in Washington. Stattdessen setzt das Weiße Haus auf eine beispiellose wirtschaftliche Erstickung der Regime, um sie vollständig ihrer Einnahmequellen zu berauben. Die Strategie, die in den Medien als „wirtschaftliche Wut“ bezeichnet wird, zielt darauf ab, das kubanische Regime und die iranische Führung ohne einen einzigen Schuss, aber unter Einsatz vollständigen finanziellen und logistischen Drucks, zu erdrosseln.
Kubanischer Zusammenbruch: ohne Öl, Strom und Visa
Laut dem Bericht ist das Ziel Washingtons die absolute finanzielle Isolierung der kubanischen Militärelite und der Familie Castro. Der Übergang zur wirtschaftlichen Belagerung wird durch Pragmatismus begründet: Nach einer Reihe langwieriger Operationen im Nahen Osten stieß das Pentagon auf einen Mangel an konventionellen Munitionsvorräten, und Trump fürchtet, die USA vor den Kongresswahlen im November in einen neuen unpopulären Krieg zu verwickeln. Die wirtschaftlichen Scheren Trumps erwiesen sich jedoch als nicht weniger zerstörerisch als Bombardierungen. Infolge der von den USA verhängten harten Energieblockade erhält Kuba seit 8 Monaten keine Öltanker mehr. Die Insel erlebte innerhalb eines einzigen Monats vier massive nationale Stromausfälle. Die Situation wurde durch einen gezielten Schlag des US-Finanzministeriums gegen den GAESA-Konzern (im Besitz des Militärs) und das kubanische Tourismusministerium sowie durch den koordinierten Abzug der Zahlungssysteme Visa und Mastercard von der Insel verschärft.
Iran-Szenario und Warnung von Hegseth
Eine ähnliche Strategie rollt das Weiße Haus auch gegen den Iran aus. Wie der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, werden in der kommenden Woche Maßnahmen gegen Teheran eingeleitet, die „in der Geschichte der weltweiten wirtschaftlichen Isolation ihresgleichen suchen“, einschließlich einer totalen Seeblockade der iranischen Häfen. Trotz der Verlagerung des Fokus auf wirtschaftlichen Druck hält Washington Havanna weiterhin im Visier. Kommentierend die Situation, erklärte der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass „alle Optionen, einschließlich militärischer, auf dem Tisch bleiben“, und fügte hinzu: „Es wäre klug für Kuba, auf die Entschlossenheit von Präsident Trump zu achten. Die kubanischen Streitkräfte sind uns definitiv keine Konkurrenten“. Parallel dazu versuchte das CIA laut Insider-Quellen eine spezialisierte taktische Gruppe zu bilden, die durch Cyberoperationen versucht, einen Bruch innerhalb der politischen Führung Havannas zu provozieren.
Widersprüchliche Daten
Obwohl die offiziellen Erklärungen Washingtons den Vorrang wirtschaftlicher Sanktionen betonen, stellen Analysten fest, dass militärische Drohungen nicht vollständig verschwunden sind. Einerseits betonen Trump und sein Team, dass das militärische Szenario aus logistischen und politischen Gründen aufgeschoben wurde. Andererseits hält Verteidigungsminister Pete Hegseth Havanna weiterhin im Visier und erinnert daran, dass „alle Optionen, einschließlich militärischer, auf dem Tisch bleiben“. Dies erzeugt eine Zweideutigkeit in der Wahrnehmung der US-Strategie: einerseits wirtschaftlicher Druck, andererseits die ständige Bedrohung durch militärische Intervention.
Fazit und Perspektiven
Die Strategie der „wirtschaftlichen Wut“ von Trump zeigt, dass die USA bereit sind, alle verfügbaren Instrumente einzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen, ohne zu offenen militärischen Konflikten zu greifen. Wie jedoch das Beispiel von Kuba und dem Iran zeigt, kann wirtschaftlicher Druck nicht weniger zerstörerisch sein als Bombardierungen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob diese Strategie zu den gewünschten Ergebnissen führt oder ob radikalere Maßnahmen erforderlich sein werden.