Am Samstag, dem 5. September, fand in Moskau ein Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit den Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, statt. Laut Angaben des Axios-Journalisten Barak Ravid und des Reuters-Korrespondenten Steve Holland, auf die RBC-Ukraine verweist, war das Hauptthema des Gesprächs das „Programm von Präsident Trump zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges“. Beide Seiten hätten, wie berichtet wird, „inhaltliche Pläne für weitere Schritte“ besprochen, die, so die Erwartung der Teilnehmer, in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden sollen.
Zusammensetzung der US-Delegation: nicht nur Witkoff und Kushner
Wie ein namentlich nicht genannter Vertreter des Weißen Hauses erläuterte, gehörten zur Reise nach Russland neben Witkoff und Kushner auch Vertreter des Nationalen Sicherheitsrats, des Außenministeriums und des Finanzministeriums der USA. Ihre Aufgabe bestand darin, konkrete Vorschläge zur Beendigung des Krieges auszuarbeiten. Demselben Quell zufolge nahm der Vertreter des Finanzministeriums jedoch nicht am direkten Gespräch mit Putin teil: Der kommissarische Leiter des Finanzministeriums für Sanktionsfragen, Jen Lang, schloss sich der Delegation an, führte aber ein vorbereitendes Treffen mit Putins Gesandtem Kirill Dmitrijew durch und war bei den Gesprächen mit dem russischen Staatschef nicht anwesend.
Worüber gesprochen wurde: Friedensplan und „produktive“ Schritte
Nach der Formulierung von Barak Ravid diente das Treffen der Förderung von Trumps Friedensinitiative, und die Seiten äußerten die Hoffnung auf „ebenso produktive“ Kontakte am Folgetag, dem 6. September, bereits auf ukrainischem Gebiet. Dies deutet darauf hin, dass der Moskauer Round als vorbereitende Phase einer umfassenderen diplomatischen Abfolge betrachtet wurde, in deren Rahmen die US-Delegation nach Moskau ihre Arbeit in Kiew fortsetzen sollte.
Nächster Schritt — Kiew
Den Übergang der amerikanischen Verhandlungsführer in die ukrainische Hauptstadt bestätigten auch russische Medien, die sich auf die Worte Putins beriefen: Ihren Angaben zufolge werden Witkoff und Kushner nach Moskau nach Kiew reisen. Damit wurde das Format „Moskau — Kiew“ zu einem zentralen Element der diplomatischen Roadmap, die, so die Aussagen der Teilnehmer, in den kommenden Wochen detailliert werden soll.
Sanktionstrack: die Rolle des Finanzministeriums und Dmitrijews
Ein separater, vermutlich sanktionsbezogener Verhandlungstrack spiegelte sich darin wider, dass gerade der Vertreter des Finanzministeriums für Sanktionsfragen, Jen Lang, mit Kirill Dmitrijew und nicht mit Putin arbeitete. Es ist nicht ausgeschlossen, dass im Zentrum ihres Gesprächs die amerikanischen Sanktionen gegen Russland und mögliche Mechanismen zu deren Überprüfung im Rahmen einer Friedenslösung standen. Dieses Detail unterstreicht den mehrstufigen Charakter der Delegation: Der politische Track mit Putin und der wirtschaftlich-sanktionspolitische Track mit seinem Gesandten verliefen parallel.
Widersprüchliche Angaben
In den offenen Quellen gibt es Abweichungen in den Details. Erstens berichtet die Publikation life.ru, dass Witkoff und Kushner den Kreml „nach drei Stunden Verhandlungen“ mit Putin verließen, während die ursprünglichen Beiträge von Axios und Reuters die Dauer des Treffens nicht angeben — die Zahl von drei Stunden ist bislang von unabhängigen Quellen nicht bestätigt. Zweitens wird in einigen Wiedergaben die Zusammensetzung der Delegation so dargestellt, als hätten „Witkoff und Kushner sich mit Putin getroffen“, was den Eindruck erwecken könnte, dass die gesamte Delegation (einschließlich des Finanzministeriums) am Gespräch mit dem russischen Staatschef teilnahm; dabei stellt die Primärquelle ausdrücklich klar, dass der Vertreter des Finanzministeriums sich nicht mit Putin traf, sondern mit Dmitrijew arbeitete. Diese Unstimmigkeiten in der Chronometrie und in der Beschreibung der Zusammensetzung sollten bei Zitaten berücksichtigt werden.