Der Berater des ukrainischen Präsidenten für Sanktionspolitik, Wladyslaw Wlasjuk, hielt eine Pressekonferenz ab, die sich der technischen Analyse der russischen ballistischen Mittelstreckenrakete (MRBM) «Oreschnik» widmete. Der Experte zeigte den Journalisten Fragmente der Rakete und erklärte, dass in ihrer Konstruktion praktisch keine ausländischen Komponenten mehr vorhanden sind.
Belarussische Chips statt westlicher
Während der Präsentation zeigte Wlasjuk Trümmer des «Oreschnik» und der Marschflugkörper «Banderoles». Laut ihm ergab die Analyse der Elektronik, dass von den Tausenden Komponenten, die die Rakete ausmachen, mehr als 1000 in Russland hergestellt wurden. Weitere rund 100 Elemente stammen aus Belarus.
«Der Großteil wurde 2023–24 hergestellt, es gibt auch 2025. Das heißt, sie produzieren gerade jetzt einige eigene Dinge», betonte der Berater. Dies zeugt davon, dass die russische Industrie bereits in der Lage ist, solche Kampfsysteme praktisch ohne Verwendung von Komponenten aus dem Ausland herzustellen.
Wolfram-Kinetischer Ladung
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Kampfkopf. Wlasjuk zeigte, wie der kinetische Ladung ungefähr aussieht. Nach seinen Angaben enthält er 36 Zerstörungselemente, die wahrscheinlich aus Wolfram gefertigt sind.
Präzision und Informationsdruck
Zuvor wurde berichtet, dass die Raketen «Oreschnik» sich um Dutzende Kilometer von ihrem Ziel abweichen können. Dieses Problem hängt, nach Ansicht von Experten, mit möglichen Störungen in den Lenksystemen zusammen. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) stellte fest, dass Drohungen neuer Angriffe mit «Oreschnik» ein Element des Informationsdrucks des Kremls sein könnten.
Testgelände in Kapustin Jar
Die Starts des «Oreschnik» erfolgen vom Testgelände «Kapustin Jar», das in der Nähe von Kasachstan liegt. Das Gebiet befindet sich 1100 km von Kiew entfernt. Die Stadt, die sich in der Nähe des Testgeländes befindet, lebt in Armut, Verfall und Schmutz.