Die beliebte Reiseroute für Bürger aus Russland und Weißrussland wird sich erheblich verändern. Montenegro hat offiziell die Aufhebung des visumfreien Regimes für Reisende aus diesen Ländern angekündigt. Ab dem 1. November 2026 wird der Einreise in die Republik nur noch mit einem gültigen Visum möglich sein.

Die Entscheidung wurde vom montenegrinischen Regierung am 23. Juli 2026 getroffen. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf offizielle Quellen berichtet, ist dieser Schritt notwendig, um die nationale Gesetzgebung mit den Standards der Europäischen Union in Einklang zu bringen. Das Land befindet sich auf dem Weg zur vollen Mitgliedschaft im Block, und die Einführung einer Visumkontrolle ist eine der Schlüsselbedingungen des Verhandlungskapitels 24 „Justiz, Freiheit und Sicherheit“.

Wer wird von den neuen Regeln betroffen sein?

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Visumregime nicht nur für Bürger Russlands und Weißrusslands eingeführt wird. Montenegro überarbeitet die Einreisebestimmungen für alle Staaten, deren Normen zuvor nicht mit der Politik der EU abgestimmt waren. Ab dem 1. November 2026 benötigen Bürger von fünf Ländern ein Visum:

  • Russische Föderation;
  • Republik Weißrussland;
  • China;
  • Saudi-Arabien;
  • Kasachstan.

Dieser Schritt ermöglicht es dem Land, die Verpflichtungen des staatlichen Reformprogramms zu erfüllen und sich den Standards des Schengen-Raums anzunähern.

Wie man ein Visum erhält: neue Zentren und Technologien

Um das Verfahren zur Beantragung von Dokumenten zu vereinfachen, haben die Behörden Montenegros eine Partnerschaft mit dem internationalen Unternehmen VFS Global geschlossen. In einer ersten Phase wird das Netzwerk der Visazentren in folgenden Ländern eröffnet werden:

  • Russland;
  • Weißrussland;
  • China;
  • Saudi-Arabien;
  • Kasachstan.

In naher Zukunft wird die geografische Reichweite der Antragstellung erweitert. Zu den Ländern, in denen Visazentren eröffnet werden, gehören Pakistan, Armenien, Usbekistan, Nepal und die Philippinen.

Neben der physischen Erweiterung des Netzes führt Montenegro digitale Lösungen ein. Im Land wird ein Visuminformationssystem geschaffen, das mit den Registern der EU kompatibel ist. Dies eröffnet Perspektiven für die Einführung elektronischer Visa (e-Visa) und die Online-Einreichung von Dokumenten, was den Prozess für Touristen in Zukunft erheblich erleichtern wird.

Kontext: Verschärfung der Visumpolitik Europas

Die Entscheidung Montenegros fügt sich in den allgemeinen Trend der Verschärfung der Visumkontrolle in Europa ein. Zuvor hatten die polnischen Minister Radosław Sikorski und Marcin Kerwiński die Initiative von 11 Ländern unterstützt, die die Europäische Kommission aufgefordert haben, die Ausstellung von Schengen-Visa für russische Bürger zu verschärfen.

Gleichzeitig hat Estland eine radikale Initiative vorgebracht: Sie forderte die EU-Länder auf, den Schengen-Raum für russische Militärangehörige, die am Krieg gegen Ukraine teilgenommen haben, dauerhaft zu schließen. Premierminister Kristen Michal erklärte, dass solche Personen eine Bedrohung für die Sicherheit des gesamten Kontinents darstellen könnten.

Die Europäische Kommission hat bereits die Ausstellung mehrfacher Schengen-Visa für Russen eingeschränkt. Obwohl gültige Visa weiterhin gültig bleiben, ist es deutlich schwieriger geworden, neue Mehrfachvisa zu erhalten. Montenegro, das den Kurs auf eine Integration mit der EU verfolgt, synchronisiert seine Politik mit diesen europäischen Trends.