Angesichts des Risikos lang anhaltender Stromausfälle wird ukrainischen Familien geraten, rechtzeitig für Raumwärme, lebensnotwendige Vorräte und Ersatzstromquellen zu sorgen. Das Ministerium für Wiederaufbau der Ukraine, das Innenministerium und der Katastrophenschutzdienst (DSNS) haben ausführliche Empfehlungen zur Vorbereitung von Wohnungen auf einen möglichen Blackout vorgegeben, die wir nachfolgend systematisiert haben.

Wärme und Isolierung: Wo Sie mit der Vorbereitung beginnen

Die Behörden empfehlen, die Vorbereitungen auf mögliche Stromausfälle mit der Überprüfung von Fenstern, Türen und Heizgeräten zu beginnen. Selbst kleine Ritzen können zu spürbarem Wärmeverlust führen, insbesondere wenn die Heizung vom Stromnetz abhängt. Das Ministerium rät dazu, Fenster und Türen zu isolieren und sicherzustellen, dass Heizkörper nicht durch Möbel oder dicke Vorhänge verdeckt werden. Für zusätzliche Wärme können intakte Wärmflaschen, elektrische, chemische oder katalytische Wärmer verwendet werden, wobei die Herstellerangaben zu beachten sind und geprüft werden muss, ob das jeweilige Gerät für den Innenbereich zugelassen ist.

Wenn die Wohnung schnell auskühlt, ist es besser, sich darauf zu konzentrieren, einen Raum warm zu halten, statt zu versuchen, die gesamte Wohnung zu heizen. Das Innenministerium empfiehlt zudem, sich in mehreren Schichten zu kleiden sowie warme Socken und Decken zu nutzen. Es ist strengstens verboten, die Wohnung mit einem Gasherd zu heizen oder selbst gebaute Heizgeräte zu verwenden. Für zusätzliche Sicherheit zu Hause wird empfohlen, einen Feuerlöscher und einen Kohlenmonoxidmelder bereitzuhalten.

Wasser und Lebensmittel: Wie viel Sie bevorraten sollten

Anhaltende Stromausfälle können mit Unterbrechungen der Wasserversorgung einhergehen, weshalb es wichtig ist, rechtzeitig einen Vorrat an Trink- und Brauchwasser anzulegen. Den Ministeriumsempfehlungen zufolge werden mindestens 3 Liter Trinkwasser pro Person und Tag benötigt; Brauchwasser für Hygiene und Haushaltszwecke sollte separat gelagert werden. Beispielsweise benötigt eine dreiköpfige Familie für drei Tage mindestens 27 Liter Trinkwasser, und wenn das Wasser auch zum Kochen verwendet werden soll, muss der Vorrat erhöht werden.

Es lohnt sich auch, Lebensmittel zu kaufen, die keine Kühlung und keine aufwendige Zubereitung erfordern, und eine Thermoskanne im Voraus mit kochendem Wasser zu füllen — heißes Wasser ist nützlich für Getränke oder Fertiggerichte. Bei der Vorratshaltung sollten die Bedürfnisse von Kindern, Personen mit spezieller Ernährung und Haustieren berücksichtigt werden.

Kommunikation und Notstrom

Während eines längeren Stromausfalls kann es zu Störungen bei Mobilfunk und Internet kommen, weshalb ein aufgeladenes Smartphone nicht immer ausreicht. Vor möglichen Ausfällen wird empfohlen, Powerbanks und tragbare Ladestationen aufzuladen, Taschenlampen, batteriebetriebene Lampen und ein autarkes Radio bereitzuhalten. Das Heiminternet muss separat überprüft werden: Beim Anbieter ist zu klären, ob das Netz ohne Strom funktioniert und welche Geräte Notstrom benötigen. Wenn der Anbieter den Netzbetrieb während Ausfällen aufrechtzuerhalten verspricht, benötigt das Heim-Wi-Fi möglicherweise eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Router und Glasfasermterminal. Sollte das Netz des Mobilfunkanbieters ausfallen, kann versucht werden, das nationale Roaming zu nutzen, das den Anschluss an das Netz eines anderen ukrainischen Anbieters ermöglicht, sofern dies technisch machbar ist.

Hausapotheke, Bargeld und Aktionsplan

Es empfiehlt sich, zu Hause einen separaten Vorrat für den Fall eines längeren Stromausfalls parat zu haben: eine Hausapotheke und die notwendigen Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen. Besonders wichtig ist ein Vorrat an täglich benötigten Medikamenten; müssen Medikamente im Kühlschrank gelagert werden, sollte die Art der Aufbewahrung bei Stromausfällen vorab mit einem Apotheker oder Arzt abgesprochen werden. Bargeld kann erforderlich sein, wenn Bankterminals oder Geldautomaten vorübergehend nicht funktionieren. Das Ministerium rät zudem, mit Angehörigen einen Treffpunkt und das Vorgehen für den Fall des Ausfalls der Mobilfunkkommunikation zu vereinbaren.

Sicherheit beim Einsatz von Generatoren

Bei der Nutzung alternativer Stromquellen ist es wichtig, den Brandschutz und die Gefahr durch Kohlenmonoxid zu beachten. Laut den Empfehlungen des Katastrophenschutzes ist der Betrieb von Benzin- und Dieselgeneratoren in Wohnungen, Kellern, Garagen und auf Balkonen untersagt. Ein Generator darf nur im Freien aufgestellt werden, und zwar mindestens 6 Meter von Türen und Fenstern entfernt, und das Betanken darf erst nach dem Ausschalten und Abkühlen des Motors erfolgen. Schließen Sie einen Generator niemals direkt an eine normale Steckdose an: Ein solcher Anschluss birgt die Gefahr von Stromschlägen und Bränden. Auch Camping-Gaskocher erfordern Vorsicht — es darf ausschließlich zertifiziertes Equipment verwendet werden.