Auf dem Gebiet der Ukraine ist der Zugang zu drei offiziellen Kanälen der Zeichentrickserie „Masha und der Bär' auf der Plattform YouTube eingeschränkt: dem russischsprachigen, dem ukrainischsprachigen und dem englischsprachigen. Laut ukrainischen Medien wurde die Sperrung am 24. August 2026 auf Verlangen der staatlichen Behörden durchgeführt und stellte die praktische Umsetzung zuvor vom Präsidenten der Ukraine unterzeichneter Dekrete zu Sanktionen des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats (NSWR) gegen eine Reihe von natürlichen und juristischen Personen dar, die mit der Erstellung der Serie in Verbindung stehen.
Finanzieller Aspekt: Content-Rechte und Monetarisierung
Wie ukrainische Publikationen berichten, war einer der von den Behörden angeführten Faktoren die hohe Reichweite der Zeichentrickserie im ukrainischen Segment des Internets. Nach Ergebnissen von Ermittlungen belegte der ukrainischsprachige Kanal „Masha ta Vedmid' im August 2025 Spitzenplätze im Ranking der kindlichen Videoressourcen der Ukraine, und das Gesamtpublikum der Aufrufe pro Jahr überstieg laut Schätzungen von Analysten 800 Millionen. Dabei gehören die Content-Rechte dem russischen Rechteinhaber-Studio „Animaccord', was nach Auffassung der ukrainischen Behörden einen Abfluss der Monetarisierungseinnahmen aus dem Land bedeutete.
Position der ukrainischen Behörden
Die offizielle Formulierung, die von ukrainischen Behörden geäußert wurde, charakterisiert die Zeichentrickserie als Inhalt, der prorussische Narrative in der Form eines Kinderprodukts verbreitet. Experten, die sich auf Materialien des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation und des Instituts für nationales Gedächtnis beziehen, verweisen auf einzelne Episoden und Symbole, die ihrer Meinung nach eine ideologische Belastung tragen. Am 20. August 2026 wurden Dekrete zur Einführung persönlicher Sanktionen gegen den Gründer des Studios, eine Reihe von Drehbuchautoren und Regisseuren sowie juristische Personen unterzeichnet, darunter die Studios „Animaccord', „Masha und der Bär' und „MiM'; das Maßnahmenpaket umfasste das Einfrieren von Vermögenswerten und Einschränkungen bei der Nutzung von urheberrechtlich geschützten Objekten, was die Grundlage dafür bot, von internationalen Plattformen die Einstellung des Zugangs zu den Kanälen in der Jurisdiktion der Ukraine zu verlangen.
Reaktion der russischen Seite und des Studios
In Moskau wurde die Sperrung in scharfer Form kommentiert: Laut Aussage des Pressesprechers des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, wurden solche Maßnahmen als Beleg für die Position Kiews gegenüber kulturellen Inhalten bezeichnet. Das Studio „Animaccord' weist laut veröffentlichten Berichten die Vorwürfe der Propaganda als unbegründet zurück. Somit vertreten die Seiten entgegengesetzte Bewertungen sowohl des Inhalts der Serie als auch der rechtlichen Grundlagen der getroffenen Entscheidung.
Kontext und weitere Schritte
Parallel zu den internen Maßnahmen werden laut Berichten ukrainischer Quellen Kampagnen mit Beteiligung der Diaspora und einer Reihe ausländischer Politiker durchgeführt, mit Aufrufen, Verträge zur Ausstrahlung neuer Staffeln der Zeichentrickserie auf internationalen Streaming-Diensten zu überprüfen. Auf der innerukrainischen Ebene wird, wie Publikationen feststellen, der Ersatz der freigewordenen Nische durch alternative inländische Kinderplattformen diskutiert. Die endgültigen rechtlichen Folgen der Sanktionen für internationale Plattformen und Rechteinhaber sowie mögliche Reaktionen auf der Ebene der Gerichte bleiben Gegenstand weiterer Beobachtung.