Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Vereinigten Staaten erneut aufgerufen, ohne Verzögerung Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Laut seinen Worten sind solche Maßnahmen notwendig, um den Angreiferstaat daran zu hindern, den Krieg gegen die Ukraine täglich zu finanzieren. Dies erklärte der Staatschef in seinem Telegram-Kanal, worauf die Redaktion RBC-Ukraine aufmerksam machte.

„Was warten wir noch?' – Reaktion auf Verzögerungen

Selenskyj äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Verhängung entscheidender Beschränkungen gegen Russland hinausgezögert wird. „Die Entscheidungen zu den Sanktionen, zu den wirtschaftlichen und energetischen Beschränkungen der Russischen Föderation, zu den Beschränkungen der Produktion ballistischer Raketen und der entsprechenden Waffen müssen sofort getroffen werden. Was warten wir noch?', betonte der ukrainische Staatschef und fügte hinzu, dass im Kriegszustand eher eine nicht perfekte Entscheidung besser sei als Zögern.

Unterstützung der Initiative von Lindsey Graham

Gesondert wies der Staatschef auf die Bedeutung der Unterstützung der amerikanischen Gesetzgebung hin, insbesondere auf die Initiative des Senators Lindsey Graham. Nach Einschätzung Selenskyjs ist die Abstimmung über das Sanktionsgesetz im US-Kongress ein historischer Moment für die Vereinigten Staaten, da solche Schritte den Schutz gemeinsamer Werte darstellen. In Washington hat sich das Repräsentantenhaus den Angaben von Quellen zufolge der Verabschiedung neuer „Höllensanktionen' gegen Russland, initiiert von Graham, angenähert; die Beratung und Abstimmung über den Gesetzentwurf werden in Kürze erwartet.

Erwartungen an die Exekutive

Neben den legislativen Schritten erwartet die Ukraine entschlossenes Handeln seitens der Exekutive der USA. „Darüber hinaus sind starke Entscheidungen der Administration des US-Präsidenten wichtig. Persönliche Entscheidungen von Präsident Trump. Sehr gerne würde ich mich darauf freuen', erklärte Selenskyj und wies auf die Rolle persönlicher Entscheidungen des amerikanischen Staatschefs bei der Verstärkung des Drucks auf Moskau hin.

Kontext: Drohung mit symmetrischer Antwort

Zuvor hatte Wolodymyr Selenskyj Russland eindringlich davor gewarnt, dass auf jeden Blackout in der Ukraine eine angemessene und symmetrische Antwort erfolgen werde. Laut seinen Worten ist die Ukraine auf spiegelbildliche Maßnahmen bei neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in der kalten Jahreszeit vorbereitet, bietet jedoch gleichzeitig einen schrittweisen Verhandlungsweg zur Beendigung des Krieges an. Somit fügt sich der Aufruf zu sofortigen Sanktionen in eine breitere Strategie des Drucks auf Russland und der gleichzeitigen Wahrung des Kanals für eine diplomatische Lösung ein.