Der Frontmann der Band O.Torvald, Zhenya Galitsch, sprach in einem neuen Interview mit der Journalistin Alina Dorotjuk für das Projekt Styler (RBC-Ukraine) ausführlich über seine Einstellung zur Gruppe The Hardkiss. Das Gespräch behandelte sowohl die persönlichen Beziehungen zwischen den Musikern als auch die öffentliche Position von The Hardkiss nach dem Auszug des männlichen Teils der Gruppe aus der Ukraine. Galitsch betonte, dass er die Wahrnehmung der Gruppe als künstlerische Einheit und als Bürger voneinander trennt, und teilt nicht den Ansatz von The Hardkiss in der Kommunikation mit dem Publikum.

Beziehungen, die es nie gab und die es nicht gibt

Das Thema der Beziehungen zwischen O.Torvald und The Hardkiss entstand im Kontext eines gemeinsamen Auftritts, den die beiden Gruppen 2016 bei der Musikpreisverleihung YUNA geben sollten. Laut Galitsch gab es damals keine enge Kommunikation zwischen den Mitgliedern beider Gruppen, und auch jetzt ist keine entstanden. „Wir pflegen überhaupt keine Beziehungen und haben auch damals keine gepflegt“, stellte er fest. Gleichzeitig räumte der Musiker ein, dass er The Hardkiss künstlerisch immer wohlwollend gegenüberstand: „Als Künstler haben mir The Hardkiss gefallen.“

„Als Künstler – gefallen sie mir, als Bürger – nicht“

Galitsch zog eine klare Grenze zwischen der Bewertung von The Hardkiss als musikalischem Projekt und der Bewertung seiner Mitglieder als Bürger. „Als Künstler, also als künstlerische Einheit, gefallen sie mir, als Bürger – nicht. Ich teile ihre Position nicht“, erklärte er. Damit drückte der Frontmann von O.Torvald offen seinen Unmut über die Bürgerposition aus, die, seiner Meinung nach, die Mitglieder von The Hardkiss einnehmen.

Auszug ohne Erklärung: der Hauptvorwurf

Zentraler Punkt des Interviews war die Diskussion über den Auszug des männlichen Teils von The Hardkiss aus der Ukraine. Galitsch bestätigte, dass er von dieser Tatsache weiß, bemerkte jedoch, dass er von der Gruppe keine für ihn verständliche Erklärung für diese Entscheidung gesehen habe. „Meiner Meinung nach, ohne Erklärung der Gründe, warum sie gegangen sind, also der Gründe für den Auszug, kommunizieren sie nicht mit dem Publikum, mit der Gesellschaft, mit ihren Fans. Warum haben sie diese Wahl getroffen? Das ist es, was ich sehe, und das teile ich nicht“, sagte der Musiker. Er betonte, dass er über seine eigene Wahrnehmung spreche, da er keine öffentliche Kommunikation von The Hardkiss zu diesem Thema gesehen habe.

Vergleich mit O.Torvald: „Wir haben erklärt, warum wir gegangen sind“

Um den Unterschied in den Ansätzen zu veranschaulichen, führte Galitsch das Beispiel seiner eigenen Gruppe an. Laut seinen Worten hat O.Torvald die Gründe für den Auszug aus der Ukraine öffentlich mit familiären Umständen erklärt: „Wir sind gegangen, weil wir drei Kinder haben und der Schlagzeuger drei Kinder, und der Bassist sieben Kinder. Und wir sind gegangen, um unsere Familien zu schützen. Oh, das ist Kommunikation. Und so verstehe ich es einfach noch nicht.“ Damit stellte Galitsch die Transparenz von O.Torvald dem Schweigen von The Hardkiss gegenüber.

Öffentlichkeit als Verantwortung gegenüber dem Publikum

Zum Abschluss seiner Gedanken formulierte Galitsch ein Prinzip, das seiner Überzeugung nach der Grundlage der Arbeit jedes Künstlers mit einem großen Publikum liegen sollte. „Ein öffentliches Gesicht übernimmt die Verantwortung für die Erziehung des Publikums, für das es arbeitet. Und The Hardkiss hat ein enormes Publikum, das man erziehen muss“, erklärte er. Der Musiker fügte hinzu, dass vor allem die Bedeutungen und Werte, die eine Person ihren Fans vermittelt, in hohem Maße ihr öffentliches Image formen und sie als Persönlichkeit charakterisieren.