Die Behörden der Oblast Charkiw haben eine harte Entscheidung zur obligatorischen Evakuierung der Zivilbevölkerung getroffen. Am 30. Juli beschloss der Verteidigungsrat der Region die Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern aus der Territorialgemeinde Staryj Saltiw. Dies wurde offiziell vom Leiter der Militärverwaltung der Oblast Charkiw, Oleh Syniehubow, in seinem Telegram-Kanal bekannt gegeben.

Ausweitung der Risikozone

Laut dem Beamten wurde die Zone, in der nun der Modus der obligatorischen Umsiedlung gilt, im Rajon Schtschugujew erweitert. Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Intensität der feindlichen Beschüsse der Siedlungen der Gemeinde Staryj Saltiw getroffen. Die Behörden verzögerten die Sicherheitsmaßnahmen nicht, da die Gefahr für das Leben der Bürger kritisch geworden war.

„Auf der Sitzung des Verteidigungsrats der Oblast wurde die Entscheidung getroffen, eine Evakuierung, insbesondere auf erzwungene Weise, von Familien mit Kindern aus 9 Dörfern der Gemeinde Staryj Saltiw durchzuführen', betonte Syniehubow.

Wer die Häuser verlassen muss

Neuesten Daten zufolge leben in den von dieser Entscheidung betroffenen Ortschaften derzeit 865 Menschen. Darunter befinden sich die verwundbarsten Kategorien von Bürgern: 58 Kinder und 64 Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Genau diese Bevölkerungsgruppen wurden zur Priorität für die sofortige Evakuierung in sichere Gebiete.

Organisation des Prozesses

Zur Umsetzung des Evakuierungsplans wurden bereits konkrete Routen festgelegt und Unterkünfte für Vertriebene vorbereitet. Die Verwaltung der Oblast betont, dass der Prozess in enger Abstimmung mit den lokalen Gemeinden, Strafverfolgungsbehörden, Rettungskräften und Freiwilligen stattfindet. Als Hauptaufgabe gilt der Schutz jeder Familie.

„Wir arbeiten weiterhin koordiniert, um den Schutz jeder Familie zu gewährleisten', versicherte der Leiter der Oblastverwaltung.

Gesamtlage in der Region

Die Situation mit der Zwangsevakuierung von Bürgern beschränkt sich nicht auf die Oblast Charkiw. In der benachbarten Oblast Dnipropetrowsk wurde die Zone der obligatorischen Umsiedlung von Familien mit Kindern ebenfalls erweitert. Aufgrund der ständigen Bedrohung durch Beschüsse müssen Hunderte von Bewohnern, darunter mehr als dreihundert Kinder, ihre Häuser verlassen. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in der Oblast Cherson ergriffen: Am 17. Juli, vor dem Hintergrund einer Verschlechterung der Lage und einer Ausweitung der Einschlagzone, vergrößerten die Behörden das Gebiet der obligatorischen Evakuierung der Bevölkerung.