Die Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk hat den Hingerichtungsfall zweier ukrainischer Soldaten bestätigt, die von russischen Streitkräften während der Kampfhandlungen in der Oblast Donezk gefangen genommen wurden. Laut Angaben der Behörde ereignete sich der Vorfall am 2. September 2026 in einer Waldstreifen nahe der Stadt Dobropillie. Beide Kämpfer gehörten zur Nationalgarde der Ukraine und führten zum Zeitpunkt der Gefangennahme eine Kampfaufgabe an einer Schussposition aus. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine offizielle Erklärung der Staatsanwaltschaft.
Umstände der Gefangennahme und der Erschießung
Dem in der Erklärung dargelegten Sachverhalt zufolge führten zwei Angehörige der Nationalgarde von einer vorbereiteten Schussposition aus Schussfeuer, woraufhin sie von Vertretern der russischen Streitkräfte umzingelt und gefangen genommen wurden. Anschließend wurden die wehrlosen Gefangenen laut Angaben der Strafverfolgungsbehörden hingerichtet: Die russischen Soldaten erschossen sie mit automatischen Waffen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die ukrainischen Kämpfer zum Zeitpunkt der Erschießung keine Gefahr darstellten und den Status von Kriegsgefangenen hatten, was eine irgendeine Kampfeinordnung ihres Todes ausschließt.
Strafverfahren und Ermittlungsmaßnahmen
Zu diesem Vorfall wurde bereits eine Voruntersuchung nach Art. 438 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingeleitet – Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges, die zum Tod von Menschen führte. Ermittler des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) in den Oblasten Donezk und Luhansk führen dringende prozessuale und operative Maßnahmen durch, die darauf abzielen, alle Umstände der Erschießung zu klären sowie die konkreten russischen Soldaten zu identifizieren, die an dem Verbrechen beteiligt sind. Die Behörde weist darauf hin, dass die Beweissammlung unter Berücksichtigung des Umstands erfolgt, dass sich der Tatort in einer Zone aktiver Kampfhandlungen befindet.
Systematische Praxis und kein Einzelfall
Die Staatsanwaltschaft stellt ausdrücklich fest, dass die Erschießung ukrainischer Kriegsgefangener durch russische Soldaten keineswegs der erste ähnliche Fall ist, sondern ihrer Einschätzung nach eine systematische kriminelle Praxis. So wurde bereits im Juli 2026 in der Oblast Donezk laut Angaben der Strafverfolgungsbehörden ein ukrainischer Kriegsgefangener unmittelbar nach der Vernehmung hingerichtet: Der kriminelle Befehl zur Erschießung des wehrlosen Verteidigers ertönte unmittelbar nach Abschluss der Vernehmung. Neben den außergerichtlichen Erschießungen auf dem Schlachtfeld werden die gefangenen Ukrainer laut vorliegenden Angaben in Haftorten Folterungen und Tötungen ausgesetzt.
Rechtliche Einordnung und Statistik zur Gefangenschaft
Die Tötung von Kriegsgefangenen stuft die Staatsanwaltschaft als schwerwiegenden Verstoß gegen die Genfer Konventionen und als schweres Völkerbrechen ein. Das Ausmaß des Problems in russischer Gefangenschaft illustrieren die Daten des Ombudsmannes der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmitri Lubinez: Offiziell bestätigt ist der Tod von mindestens 375 Ukrainer in Gefangenschaft, und die Ermittler haben nahezu 700 verschiedene Formen von Folterungen festgehalten, die Russland laut Einschätzung des Ombudsmannes systematisch gegenüber Gefangenen anwendet. Diese Zahlen sind, wie Menschenrechtler betonen, die untere Grenze der tatsächlichen Verluste.