In wenigen Kilometern Entfernung vom Dorf Radschusnoje (Gebiet Dnipropetrowsk) wurde eine zweite Kraterstelle durch den Einschlag einer ballistischen Rakete KN-23 nordkoreanischer Produktion entdeckt. Dies teilte der vom Präsidenten der Ukraine für Sanktionspolitik beauftragte Bevollmächtigte Wladislaw Wlasjuk auf Facebook mit und bestätigte, dass Russland während des massiven Beschusses der Ukraine am 30. Juli zwei nordkoreanische Raketen eingesetzt hat.
Treffergenauigkeit und Fehlen von Zielen
Laut Wlasjuk beträgt der Abstand zwischen den beiden Einschlagsorten lediglich 3,5 km. Im Umkreis von 5 Kilometern um den Einschlagort wurden keine potenziellen militärischen Ziele registriert. „Eine solche Genauigkeit', betonte der Bevollmächtigte, was darauf hindeutet, dass die Schläge gegen zivile Objekte oder offene Flächen ohne strategische Bedeutung geführt wurden.
Technologische Abhängigkeit Russlands
Wlasjuk wies darauf hin, dass die Rakete KN-23 praktisch ein vollständiges Äquivalent zum russischen System „Iskander' ist. Nach seinen Worten verwenden beide Raketen identische Komponenten, einschließlich westlicher Elemente, was auf eine tiefe technologische Abhängigkeit der russischen Rüstungsindustrie von Lieferungen aus Nordkorea hinweist.
„Nordkoreanische Raketen töten ukrainische Zivilisten genauso wie russische. Und die Verantwortung dafür tragen alle, die die militärische Partnerschaft zwischen Moskau und Pjöngjang sowie die Lieferung kritischer Komponenten für die Rüstungsindustrie ermöglichen', erklärte Wlasjuk.
Menschliche Opfer in Radschusnoje
Zuvor berichtete RBK-Ukraine, dass die Besatzer in der Nacht zum 30. Juli das Dorf Radschusnoje in der Nähe von Kriwyj Rih mit einer ballistischen Rakete aus Nordkorea beschossen. Durch den Einschlag wurde das Haus einer Großfamilie zerstört. Der Tod der Eltern und dreier Kinder wurde bestätigt, weitere Familienmitglieder gelten als vermisst.
Am 31. Juli wurde in Kriwyj Rih ein Tag des Trauerns für die bei diesem Raketenangriff Getöteten ausgerufen. Lokale Behörden und Einwohner trauern über die Tragödie, die zum Symbol der grundlosen Brutalität militärischer Handlungen gegen die Zivilbevölkerung geworden ist.
Folgen für die internationale Gemeinschaft
Die Ereignisse in Radschusnoje werfen erneut die Frage nach der Notwendigkeit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea und alle Länder auf, die an der Waffenlieferung an Russland beteiligt sind. Wladislaw Wlasjuk ruft die internationale Gemeinschaft auf anzuerkennen, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang direkt die Zahl der Opfer unter der ukrainischen Zivilbevölkerung beeinflusst.
Die von Wlasjuk veröffentlichten Fotos des Einschlags der zweiten Rakete zeigen das Ausmaß der Zerstörung: ein riesiger Krater, verkohlte Erde und verstreute Trümmerteile. Diese Bilder dienen als anschaulicher Beweis dafür, dass die Angriffe auch bei Fehlen militärischer Ziele fortgesetzt werden – und die Folgen tragen gewöhnliche Menschen.