Der 3D-Visualisierungsspezialist Simone Marulli von Marulli Studio hat eine Workstation gebaut, in der fünfzehn Nvidia GeForce RTX 4090 Grafikkarten gleichzeitig auf einem einzigen Mainboard arbeiten. Das System ist für das professionelle Rendern komplexer 3D-Szenen konzipiert und hat laut veröffentlichten Daten Rekordergebnisse in den spezialisierten Benchmarks OctaneBench und V-Ray 6 erzielt. Dieses Projekt hat sich zu einem der massivsten privaten Multi-GPU-Workstation-Builds entwickelt, über die in Fachmedien berichtet wurde.
Von einer Karte zu fünfzehn: Die Projektchronologie
Die Arbeiten am System begannen im Dezember 2022 und nahmen fast ein Jahr in Anspruch. Marulli steigerte die Anzahl der Beschleuniger schrittweise: von einer Grafikkarte auf zwei, dann vier und acht, bevor er die Konfiguration schließlich auf fünfzehn erweiterte. Dieser schrittweise Ansatz ermöglichte es ihm, Stromversorgung, Kühlung und Firmware mit wachsender Last anzupassen. Den veröffentlichten Fotografien nach zu urteilen, verwendet die Station MSI GeForce RTX 4090 SUPRIM Liquid Karten — ein flüssigkeitsgekühltes Flaggschiffmodell, das für ein enges Layout unerlässlich ist.
Das „Geheimnis“ der Unterbringung von 15 GPUs auf einem einzigen Board
Das technische Haupträtsel des Builds besteht darin, wie fünfzehn in voller Größe gehaltene Beschleuniger untergebracht wurden. Die meisten modernen Workstation-Mainboards verfügen über maximal sieben vollwertige PCIe-Slots, sodass es unmöglich ist, 15 Karten auf herkömmlichem Weg einzustecken. Marulli gibt keine architektonischen Lösungen oder Details zur Umsetzung preis: Wie genau er Bandbreite, Stromversorgung und physisches Layout organisiert hat, bleibt sein Geheimnis. Dennoch sind die Gesamtspezifikationen des Systems beeindruckend: Jede Karte verfügt über 24 GB VRAM, was insgesamt 360 GB VRAM für die gesamte Station ergibt, während die Gesamtzahl der CUDA-Kerne 245.760 erreicht.
Stromversorgung und Energieverbrauch auf dem Niveau einer kleinen Unterstation
Um die fünfzehn Flaggschiff-Beschleuniger mit Strom zu versorgen, werden fünf Netzteile mit jeweils 1.600 Watt verwendet — insgesamt 8 kW. Während des aktiven 3D-Renderns erreicht der Stromverbrauch der Workstation fast 8 kW, was der Last mehrerer Haushaltsgeräte gleichzeitig entspricht. Dies unterstreicht, dass solche Konfigurationen nicht nur ein durchdachtes Stromnetz erfordern, sondern auch eine ernsthafte Ingenieurskunst bei der Stromverteilung und Kühlung.
Rekordergebnisse in Benchmarks
Im OctaneBench 2020.1.5 Test erzielte das System bei aktiviertem RTX-Modus 21.171,8 Punkte, während das V-Ray 6 Benchmark-Ergebnis 172.615 vpaths erreichte. Beide Werte liegen laut Angaben des Autors an der Spitze der jeweiligen öffentlichen Bestenlisten, was die praktische Effizienz der Multi-GPU-Konfiguration für Rendering-Aufgaben bestätigt. Für professionelle Studios, in denen die Renderzeit die Projektfristen direkt beeinflusst, kann eine solche Station die Berechnung komplexer Szenen drastisch verkürzen.
Kontext: RTX-4090-Markt und Fälschungsrisiken
Das Aufkommen solch leistungsstarker Builds findet vor dem Hintergrund eines aktiven Flaggschiff-Beschleunigermarktes statt, auf dem laut Berichten von Fachmedien betrügerische Machenschaften beim Verkauf von RTX-4090-Attrappen auf asiatischen Marktplätzen verzeichnet wurden. Dies macht öffentliche Fallstudien wie Marullis Station besonders wertvoll: Sie demonstrieren reale Arbeitskonfigurationen und helfen dabei, bewährte Ingenieurslösungen vom Marktlärm zu trennen. Für Enthusiasten und Profis bleibt der Build ein anschauliches Beispiel dafür, wie weit sich die GPU-Architektur innerhalb eines einzigen Systems skalieren lässt.