Die Europäische Union bereitet weitreichende restriktive Maßnahmen vor, die die umfassendsten der letzten vier Jahre darstellen werden. Dies erklärte offiziell Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik. Nach ihren Angaben umfasst das neue 21. Sanktionspaket eine beispiellose Anzahl von Positionen – insgesamt wurden 218 Objekte auf die „Schwarzen Listen' gesetzt.

Fokus auf Rüstungsindustrie und Langstreckendrohnen

Brüssel hat die Prioritäten klar definiert: Die Ignorierung russischer Angriffe auf die Zivilbevölkerung, kritische Infrastrukturen und das kulturelle Erbe der Ukraine ist nicht länger tolerierbar. Infolgedessen wurden mehr als 50 Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes in die Sanktionslisten aufgenommen. Besonderes Augenmerk liegt auf Schlüsselakteuren, die an der Produktion russischer Langstrecken-Drohnen beteiligt sind, die erheblichen Schaden auf ukrainischem Territorium anrichten.

Diese Maßnahmen stehen nicht isoliert, sondern ergänzen die in der vergangenen Woche verhängten Beschränkungen. Zuvor waren Personen in die Listen aufgenommen worden, die für die Misshandlung und Ermordung ukrainischer Kriegsgefangener sowie ziviler Festgehaltener verantwortlich sind. Zudem wurden Technologieunternehmen sanktioniert, die dem Kreml bei der Umsetzung einer repressiven Politik gegenüber Internetnutzern behilflich sind.

Politischer Konsens und neue Hebel

Der Abstimmungsprozess für das neue Paket wurde am 23. Juli abgeschlossen, als die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten eine Einigung erzielt hatten. Obwohl einige Mitglieder des Blocks zuvor versucht hatten, die Verhängung der Beschränkungen hinauszuzögern, wurde das Endergebnis gebilligt. Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bestätigte, dass die neuen Sanktionen zusätzliche Druckmittel enthalten, die darauf abzielen, das militärische Potenzial des Gegners zu schwächen.