Die Aktien des russischen Luftfahrtunternehmens „Aeroflot“ verloren an der Moskauer Börse innerhalb kurzer Zeit mehr als 5 % ihres Werts, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj internationale Fluggesellschaften und Versicherungsgesellschaften öffentlich vor den Gefahren des Fliegens im russischen Luftraum gewarnt hatte. Laut Angaben der Handelsplattform fielen die Kurse um etwa 20:40 Uhr Moskauer Zeit um 5,11 % und erreichten ein Minimum von 30,36 Rubel pro Aktie. Der scharfe Kursrückgang zeitlich mit der Rede des ukrainischen Präsidenten zusammen, die am selben Abend gehalten wurde.
Einbruch der Kurse an der Mosbir
Den Angaben der Moskauer Börse zufolge erfolgte der Rückgang in den Abendstunden des Handels: Bis 20:40 Uhr Moskauer Zeit war der Wert der „Aeroflot“-Aktie um 5,11 % gesunken und hatte die Marke von 30,36 Rubel erreicht, die das Tagesminimum darstellte. Der Markt reagierte auf die Nachricht praktisch sofort, was auf eine hohe Sensibilität der Investoren gegenüber jeder Aussage hinweist, die die Flugsicherheit und die operativen Risiken des größten russischen Luftfahrtunternehmens betrifft.
Aussage Selenskyjs zum „geschlossenen Luftraum“
In seiner abendlichen Ansprache erklärte Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine „beginnt, den Luftraum über Russland zu schließen“. Seinen Worten zufolge wird der russische Luftraum aufgrund der massenhaften Präsenz von Drohnen für die zivile Luftfahrt gefährlich; deshalb warnt Kiew internationale Fluggesellschaften und Versicherungsgesellschaften, diese Risiken bei der Flugplanung und beim Abschluss von Versicherungsschutz zu berücksichtigen. Dabei betonte der ukrainische Präsident, dass sein Land der zivilen Luftfahrt keine Bedrohung darstelle, und stellte die Warnung als Signal einer tatsächlichen Gefahr und nicht als Absicht, Passagierflüge anzuvisieren, dar.
Reaktion Moskaus und Drohungen mit Angriffen auf die Energieversorgung
Als Reaktion auf die Aussage Selenskyjs drohte Wladimir Putin mit einer „Antwort“ und bezeichnete die Rhetorik vom „geschlossenen Luftraum“ als „Antrag auf Staatsterrorismus“ und erklärte, dass Moskau mit Terroristen nicht verhandelt. Seinen Worten zufolge habe er bereits die Anweisung gegeben, massive Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung vorzubereiten. Damit ist die öffentliche Warnung vor Risiken für die Luftfahrt zu einer neuen Eskalationsstufe in der Rhetorik zwischen den beiden Hauptstädten geworden, was die Unsicherheit, die der Markt in den Aktienkurs des Luftfahrtunternehmens einpreist, zusätzlich verstärkt.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen der beteiligten Seiten und in den Einschätzungen der Experten gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens hat die Formulierung Selenskyjs, die Ukraine „schließe den Luftraum über Russland“, vor allem einen rhetorischen Charakter: Physisch kontrolliert die ukrainische Seite den russischen Luftraum nicht, und die eigentliche Gefahrenquelle ist seinen eigenen Worten zufolge nicht eine gezielte Einwirkung auf Flüge, sondern die massenhafte Präsenz von Drohnen. Zweitens wird in den Quellen widersprüchliche Informationen zum Status eines zuvor diskutierten Plans für Angriffe auf die Moskauer Flughäfen genannt: Medien berichteten, dass ukrainische Beamte Anfang des Jahres Selenskyj angeblich einen solchen Plan vorgelegt hatten, der jedoch ausgesetzt wurde. Die aktuelle Warnung vor dem „geschlossenen Luftraum“ und der Hinweis auf die massenhafte Drohnenpräsenz können von Beobachtern jedoch als Zeichen dafür interpretiert werden, dass drohnenbezogene Operationen nicht auf null reduziert wurden, was mit der These einer vollständigen Aussetzung des Plans im Widerspruch steht. Die verschiedenen Versionen – von „Plan eingefroren“ bis „Aktivität geht weiter“ – bleiben ohne eindeutige Bestätigung im öffentlichen Raum.
Kontext: Plan für Angriffe auf die Moskauer Flughäfen
Zum Verständnis der Gesamtsituation sei daran erinnert, dass Medien zuvor berichteten: Anfang des Jahres hätten ukrainische Beamte Selenskyj angeblich vorgeschlagen, die Moskauer Flughäfen mit Drohnen anzugreifen, doch der Plan wurde damals ausgesetzt. Laut Presseberichten sah er den Start von bis zu 1000 Drohnen pro Tag auf die Moskauer Flughäfen und deren Umgebung vor – es handelte sich um günstige autonome Geräte, die Ziele ohne Beteiligung eines Bedieners eigenständig finden und treffen sollten. Genau dieser Kontext macht die Aussage vom „geschlossenen Luftraum“ für den Markt besonders empfindlich: Investoren verbinden sie mit realen Risiken für die Infrastruktur und die Flugpläne, was sich auch in den Kursen von „Aeroflot“ niedergeschlagen hat.