Im August 2026 entbrannte ein neuer Skandal rund um die ethischen Normen der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Journalisten des Mediums 404 Media führten eine Untersuchung durch, die die düsteren Befürchtungen von Bibliophilen und Historikern bestätigte: Technologie-Giganten, insbesondere Amazon, kaufen seltene und antiquarische Bücher auf dem offenen Markt nicht zum Wiederverkauf, sondern zur anschließenden Vernichtung. Das Ziel dieser Operation ist die Extraktion von Textinhalten zur Schulung von neuronalen Netzen, wobei die physischen Datenträger einer barbarischen Verarbeitung unterzogen werden.

Untersuchung mit AirTag: Der Weg des Buches zum Lager

Um die Hypothese einer massenhaften Vernichtung gedruckter Publikationen zu überprüfen, nutzten die Journalisten eine unkonventionelle Verfolgungsmethode. Sie wandten sich an einen Buchhändler und baten darum, in eine große Bestellung ein Exemplar einer seltenen Ausgabe einzuschließen, an das ein Apple AirTag-Tracker angebracht war. Die Route dieses Exemplars führte die Journalisten zu einem Amazon-Lagerkomplex in Las Vegas. Genau an diesem Standort wird laut Ermittlungsergebnissen aktiv an der Schulung von KI-Modellen gearbeitet. Ein visuelles Bestätigung des Zwecks des Lagers wurde an der Tür gefunden: Die Darstellung eines Tyrannosaurus, der bereit ist, ein Buch in Stücke zu reißen, wurde zu einer ironischen, aber treffenden Widerspiegelung der Aktivitäten des Unternehmens.

Mechanik der Vernichtung und die Position von Amazon

Der Prozess der Buchverarbeitung in Lagern wie dem Standort VGT3 in Las Vegas wird als extrem aggressiv beschrieben. Um das Scannen zu erleichtern, werden die Bücher buchstäblich in einzelne Seiten zerfetzt. Amazon-Vertreter, die die Situation kommentierten, erklärten, dass der Kauf von Büchern auf dem offenen Markt für die „Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen“ notwendig sei. Das Unternehmen ging nicht auf Details zum Schicksal der physischen Träger ein, doch die tatsächliche Vernichtung seltener Ausgaben verschafft den Entwicklern einen Vorteil bei der Qualität der Eingangsdaten für neuronale Netze. Während Konkurrenten wie Anthropic und xAI sich öffentlich vom Einsatz antiquarischer Bücher distanziert haben, setzt Amazon diese Praxis fort, ohne die Details zu veröffentlichen.

Wirtschaftliche und personelle Aspekte des „Buchfressens“

Die Untersuchung ergab, dass die Auswahl der Bücher für die Einkäufe auf Basis des Scannens von ISBN-Strichcodes erfolgt, die Informationen zur Auflagenhöhe enthalten. Priorität haben seltene Ausgaben, die einen historischen Wert haben könnten, aber eine geringe Marktliquidität aufweisen. Buchhändler erzielen erhebliche Gewinne aus dem Verkauf solcher Lose an Unternehmen, die KI schulen. Innerhalb der Lager ist die Situation ebenfalls zweideutig: Mitarbeiter des Standorts VGT3 diskutierten in Foren das Problem des Buchmangels und fürchteten Stellenabbau, falls der Bestellfluss stoppen sollte. Das Personal empfindet jedoch keine moralischen Gewissensbisse wegen des barbarischen Umgangs mit Büchern und hebt lediglich die flexible Arbeitszeit hervor.

Kulturelle Risiken und öffentliche Reaktion

Die Situation löste eine lebhafte Debatte in der Fachwelt und auf Plattformen wie Reddit aus. Kritiker des Prozesses bezeichnen ihn als „Auswaschen“ historischer Fakten aus dem öffentlichen Raum. Wenn seltene Ausgaben vernichtet werden und ihre digitalen Inhalte in der geschlossenen Infrastruktur von KI-Anbietern verbleiben, könnte der Zugang zu einzigartigen Informationen für Forscher und die Öffentlichkeit für immer verloren gehen. Zwar geraten derzeit nur Bücher in die „Mühlen“, die einen begrenzten Geldwert darstellen, doch ihre kulturelle und historische Bedeutung könnte mit dem Gewinn aus der KI-Schulung nicht vergleichbar sein.