In der Region Kachetien im Nordosten Georgiens hat sich ein Skandal um einen Angriff eines Mannes auf eine Gruppe von Touristinnen in einem Hotelzimmer entzündet. Der Vorfall, der in den sozialen Medien große Resonanz gefunden hat, hat die öffentliche Meinung gespalten: Die einen sehen darin eine Manifestation von Xenophobie, andere einen häuslichen Konflikt, der in eine Schlägerei überging.
Zeitleiste der Ereignisse: Vom Champagner bis zum Nasenbruch
Laut veröffentlichten Informationen verbrachte eine Gruppe von Frauen ihren Urlaub in einem Zimmer mit Balkon, das auf ein Gelände blickte, auf dem eine Hochzeitszeremonie stattfand. Laut der Freundin der Verletzten, Julia, Polina Kurta, begann der Konflikt mit einer alltäglichen Situation. Die Frauen öffneten eine Flasche Champagner, woraufhin ihnen von unten mitgeteilt wurde, sie hätten angeblich DJ-Ausrüstung beschädigt.
Die Situation eskalierte schnell zu einem verbalen Streit. Nach Angaben der Opfer drang ein Mann, der an der Hochzeit teilnahm, in ihr Zimmer ein. Auf einem Video, das Polina Kurta veröffentlichte, ist zu sehen, wie sich der Mann im Raum befindet und einer der Frauen einen Schlag versetzt.
Laut Julia verteidigte sie ihre Freundinnen, die von dem Mann beleidigt wurden, und erlitt genau in diesem Moment einen Schlag ins Gesicht. Die Ärzte diagnostizierten bei der Verletzten einen Nasenbruch. Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie die notwendige Hilfe erhielt.
Zwei Versionen: Xenophobie oder Schutz der Feier?
Um die Gründe für den Angriff entstand eine Kontroverse. Polina Kurta behauptet, der Mann sei ins Zimmer gekommen, nachdem er gehört hatte, dass die Frauen auf dem Balkon russisch sprachen. Ihrer Aussage nach erfuhr der Angreifer die Zimmernummer durch Hotelmitarbeiter, was Fragen zur Wahrung der Vertraulichkeit aufwirft.
Das georgische Innenministerium hat jedoch eine andere Version der Ereignisse vorgelegt. Die Behörde gab bekannt, dass der Konflikt begann, nachdem ausländische Gäste vom Balkon aus die Hochzeitsgäste beleidigt und die Ausrüstung mit Wasser übergossen hatten. Nach Ansicht der Polizei provozierten genau diese Handlungen die Schlägerei, bei der der Mann eine Ausländerin schlug.
Ermittlungen und Reaktion des Hotels
Der Verdächtige wurde von den Strafverfolgungsbehörden festgenommen. Ihm wurde der Vorwurf der vorsätzlichen Verursachtung leichter Körperverletzungen gemacht. Laut georgischem Gesetz droht ihm wegen dieses Delikts eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
Die Verwaltung des Hotels Agarani Estate hat eine offizielle Erklärung abgegeben. Das Hotel betonte, dass das Geschehene das Ergebnis des Verhaltens einzelner Gäste sei und nicht die Position des Hauses widerspiegele. Die Verwaltung wies zudem die Behauptungen kategorisch zurück, Hotelmitarbeiter hätten Informationen über die Zimmer der Gäste preisgegeben oder am Konflikt teilgenommen.
Die Opfer selbst erklärten, sie würden den Vorfall bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht im Detail kommentieren. Gleichzeitig klärte Polina Kurta Details zur Biografie der Verletzten auf und widerlegte Berichte russischer Medien, wonach Julia eine russische Staatsbürgerin sei. Kurta erklärte, sie sei in der Ukraine geboren, lebe in Russland und sei zusammen mit Freunden aus der Ukraine nach Georgien gereist, um einen Geburtstag zu feiern.