Dubai, gewohnt an Wolkenkratzer und Rekorde, steht vor einer Herausforderung, die nicht allein durch den Bau neuer Hotels gelöst werden kann. Die Behörden des Emirats haben ein aggressives Loyalitätsprogramm gestartet, dessen Kern einfach ist: Die Einheimischen erhalten Geld dafür, dass sie Freunde zum Urlaub einladen. Dies ist ein Versuch, den touristischen Strom zurückzubringen, der vor dem Hintergrund der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten drastisch eingebrochen ist.
Das Programm A Dubai Invite: Geld für Freunde
Das Wirtschafts- und Tourismusministerium von Dubai hat eine Initiative namens A Dubai Invite vorgestellt. Der Mechanismus des Programms ist transparent: Residenten der Vereinigten Arabischen Emirate erhalten eine finanzielle Vergütung, wenn ihre Bekannten oder Verwandten als Touristen in den Emirat einreisen.
Die Höhe der Boni ist beeindruckend. Für jeden eingeladenen Gast kann ein Einwohner von Dubai einen Paket von Vergünstigungen im Gesamtwert von mehr als 3000 Dirham (ungefähr 800 US-Dollar oder 700 Euro) erhalten. Dieses Paket umfasst:
- Kostenlose Nächte in Hotels;
- Erhebliche Rabatte in Restaurants;
- Eintrittskarten für beliebte touristische Sehenswürdigkeiten;
- Sonstige exklusive Angebote.
Die Teilnahmebedingungen sind klar geregelt. Der eingeladene Gast muss kein Resident der VAE sein und das Land mit einem Touristenvisum betreten. Kritisch wichtig ist die Frist: Der Tourist muss bis zum 31. Oktober in Dubai eintreffen. Dabei hat jeder Resident das Recht, bis zu drei solcher Vergütungspakete zu erhalten, die bis Ende des Jahres genutzt werden können.
Reaktion auf die Sicherheitskrise
Wie The Guardian feststellt, war der Start des Programms eine erzwungene Reaktion auf den drastischen Rückgang der touristischen Aktivität. Obwohl der Emirat im Jahr 2025 rekordverdächtige fast 20 Millionen Touristen empfing, hat sich die aktuelle Situation grundlegend geändert. Die Eskalation des Krieges, in den die USA, Israel und der Iran verwickelt sind, hat die Region des Persischen Golfs erfasst und den Ruf Dubais beschädigt.
Ein Schlüsselfaktor war das Ereignis im Februar: iranische Raketen- und Drohnenangriffe, bei denen der internationale Flughafen von Dubai und mehrere bekannte Hotels beschädigt wurden. Danach verlor die Stadt für viele Reisende ihren Status als sichere Destination. Die Folgen wurden offensichtlich: Die Anzahl der internationalen Flüge nahm erheblich ab, und Hotels sahen sich mit kolossalen Verlusten konfrontiert. Einige Einrichtungen mussten vorübergehend schließen oder geplante umfangreiche Renovierungen auf ruhigere Zeiten verschieben.
Das Geschäft greift ein
Die staatliche Initiative blieb nicht das einzige Instrument im Kampf um den Kunden. Auch der Privatsektor begann, die Nachfrage zu stimulieren, indem er eigene Konditionen anbot. Viele Hotels in Dubai senkten die Preise und boten Rabatte von bis zu 45 %, kostenlose Nächte und andere attraktive Aktionen an, um die leeren Zimmer zu füllen.
Das Interesse am Programm A Dubai Invite übertraf die Erwartungen der Behörden. Laut lokalen Medien wurden bereits in den ersten 48 Stunden nach dem Start mehr als 10.000 Anträge auf Teilnahme eingereicht. Dies zeigt, dass die Bevölkerung des Emirats bereit ist, aktiv an der Wiederbelebung der Tourismusbranche mitzuwirken.
Experten erinnern daran, dass es in Dubai bereits eine Phase der Rückkehr zum Normalzustand gab, als die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran eine Entspannung ermöglichte. Doch wie RBC-Ukraine berichtete, flogen selbst während des Höhepunkts des Konflikts im Nahen Osten Tausende Flugzeuge über die Arabischen Emirate, trotz der ständigen Bedrohung in der Luft. Jetzt setzen die Behörden auf das persönliche Interesse der Einwohner, um dem Kurort seine frühere Popularität zurückzugeben.