Im Schwarzen Meer ist ein schwerwiegender Vorfall geschehen, der zum Tod ausländischer Staatsbürger führte und diplomatische Wellen schlug. Bei einem Angriff auf das Handelsschiff „Golden Leo', das den Hafen von Odessa verließ, kamen vier indische Staatsbürger ums Leben, ein weiteres Besatzungsmitglied befindet sich in kritischem Zustand im Krankenhaus.
Das indische Außenministerium bestätigte offiziell die Opferzahlen, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Reuters berichtet. In einer Erklärung des Ministeriums heißt es in scharfen Worten: Angriffe auf Handelsschiffe und die Bedrohung des Lebens ziviler Besatzungsmitglieder sind inakzeptabel und müssen eingestellt werden.
Details der Tragödie
Die Ereignisse spielten sich am 19. Juli ab. Russische Truppen griffen ein Handelsschiff unter der Flagge von Guinea-Bissau an, das einen ukrainischen Hafen nach der Beladung mit Mais verließ. An Bord befanden sich 17 Personen – Staatsbürger aus Syrien und Indien sowie ein Lotsen des Zweigs „Delta-Lotsen' des staatlichen Unternehmens „AMPU'.
Laut den ukrainischen Streitkräften feuerte der Gegner drei Marschflugkörper vom Typ Kh-59/Kh-69 ab. Eine der Raketen traf den Bereich des rechten Bugs der Aufbauten, was sofort zu einem Brand führte. Die Rettungsoperation dauerte die ganze Nacht. Obwohl das Feuer eingedämmt werden konnte, war der Preis des Angriffs hoch: Acht Besatzungsmitglieder wurden gerettet und evakuiert, während zehn Personen ums Leben kamen. Zu den Toten gehörte auch ein ukrainischer Lotse.
Serie von Angriffen auf Häfen
Der Vorfall mit der „Golden Leo' war Teil einer Serie aggressiver Aktionen gegen die Hafeninfrastruktur. Zwei Tage zuvor, am 17. Juli, traf ein russischer Drohne den Frachter „Venturo' unter der Flagge der Marshallinseln, der im Hafen von Odessa lag. Am 18. Juli griff die russische Armee erneut massiv Objekte in der Oblast Odessa an; ein weiteres Handelsschiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda geriet unter Beschuss.
Die Folgen dieser Angriffe gehen über lokale Kampfhandlungen hinaus und betreffen Fragen der internationalen Sicherheit und der Schifffahrtssicherheit.