Ein bedeutendstes Artefakt der Geschichte des Personalcomputers – ein funktionsfähiges Exemplar des Apple I – kommt erneut in den Auktionshandel. Das Auktionshaus Bonhams hat bekanntgegeben, dass die Versteigerung am 14. Oktober 2026 in New York stattfinden wird; die Startschätzung des Loses beträgt bis zu 800.000 Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 1976, als das Gerät erstmals in den Verkauf ging, lag sein Preis bei 666,66 Dollar. Innerhalb von fünf Jahrzehnten hat sich der Wert dieses Rarums also um mehr als das Tausendfache erhöht.
Das „Hatfield“-Exemplar: die Geschichte des ersten Besitzers
Das vorliegende Exemplar trägt den inoffiziellen Namen „Hatfield“, benannt nach Fred Hatfield, der den Computer im ersten Jahr des Bestehens von Apple erwarb. Im Apple I Registry ist das Gerät unter der Nummer 48 eingetragen und befindet sich – was für Sammler besonders wertvoll ist – in voll funktionsfähigem Zustand. Laut Registry haben sich weltweit weniger als 75 Exemplare des Apple I erhalten, und nur eine Handvoll davon ist noch in der Lage, sich zu starten und grundlegende Operationen auszuführen. Auf dem Mainboard ist das originale Autogramm von Steve Wozniak – Mitgründer von Apple und direkter Entwickler des Geräts – erhalten geblieben, was das Los nicht nur technisch, sondern auch historisch einzigartig macht.
Was der neue Besitzer erhält
Zusammen mit dem Computer selbst erhält der Käufer einen Brief, der 1978 persönlich von Steve Jobs unterzeichnet wurde. Laut der überlieferten Korrespondenz hatte sich Fred Hatfield mit einer Beschwerde über den Mangel an Software für den Apple I an das Unternehmen gewandt. Jobs schlug daraufhin vor, den Apple I gegen eine Nachzahlung von 400 Dollar gegen ein neues Apple-II-Board einzutauschen. Hatfield lehnte den Handel ab und verkaufte das Gerät später an einen Sammler für 40.000 Dollar. Dieser Brief ist eines der wenigen erhaltenen Dokumente, in denen Jobs persönlich mit einem frühen Nutzer des Produkts kommunizierte.
Technische Daten nach Maßstäben von 1976
Nach heutigen Maßstäben lässt sich der Apple I selbst für einen Basisnutzer kaum als komfortabel bezeichnen. Der Käufer musste Netzteil, Tastatur und Monitor selbst erwerben – im Lieferumfang war lediglich das Mainboard enthalten. Der Arbeitsspeicher umfasste gerade einmal 4 KB, was nach heutigen Maßstäben einigen Textzeilen entspricht. Dennoch war das selbst zusammengebaute Board mit integriertem Videoausgang Mitte der 1970er-Jahre die zugänglichste Lösung auf dem Markt der persönlichen Rechengeräte und wurde zum Ausgangspunkt der gesamten PC-Industrie.
Zeitraum der Vorverkaufs-Ausstellungen
Bevor die Hauptversteigerung am 14. Oktober stattfindet, organisiert Bonhams eine Reihe öffentlicher Präsentationen des Loses. Die erste findet vom 9. bis 11. September in Los Angeles statt, anschließend wandert das Exponat nach Boston (21.–23. September) und San Francisco (30. September – 1. Oktober). Für Sammler und Enthusiasten ist dies eine seltene Gelegenheit, eines der weniger als 75 erhaltenen funktionsfähigen Apple-I-Exemplare live zu sehen und die Echtheit des Wozniak-Autogramms auf dem Board zu begutachten.