Im Jahr 2029 wird die Menschheit ein einzigartiges kosmisches Ereignis beobachten. Der Asteroid Apophis wird die Erde auf extrem kurzer Distanz passieren, die mit bloßem Auge sichtbar sein wird. Nach wissenschaftlichen Prognosen wird dieses Phänomen von bis zu 90 Prozent der Weltbevölkerung gesehen, wodurch das astronomische Ereignis zu einem globalen Spektakel wird.

Wer ist Apophis?

Der Name des Himmelskörpers verweist auf den altägyptischen Gott der Dunkelheit und des Chaos, was dem Ereignis eine gewisse mystische Färbung verleiht. Hinter dem beängstigenden Namen verbirgt sich jedoch ein Objekt mit einer Form wie eine Erdnuss und einem Durchmesser von etwa 450 Metern an der breitesten Stelle. Ursprünglich stammte dieser Asteroid aus dem Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter, bewegt sich aber derzeit auf einer Umlaufbahn zwischen Venus und Erde und vollendet alle 10,5 Monate einen Umlauf um die Sonne.

Details zum Vorbeiflug: Distanz und Sicherheit

Laut dem Planetary Society beträgt der minimale Abstand zwischen Apophis und unserem Planeten etwa 30.600 Kilometer. Zum Verständnis des Maßstabs: Das ist deutlich weiter entfernt als die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation, aber näher als die Höhe von geostationären Satelliten. Trotz der Nähe wird die Wahrscheinlichkeit einer Kollision des Asteroiden mit der Erde während dieses Vorbeiflugs oder in den folgenden 100 Jahren von Wissenschaftlern als null eingeschätzt.

Dennoch kann das Gravitationsfeld der Erde die Umlaufbahn des Objekts verändern oder strukturelle Veränderungen an seiner Oberfläche hervorrufen. Aus diesem Grund plant die internationale Gemeinschaft eine detaillierte Überwachung des Ereignisses. Insbesondere wird die NASA-Raumsonde OSIRIS-APEX sich dem Asteroiden nähern, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.

Globale Sichtbarkeit: Wer und wann wird Apophis sehen

Der Vorbeiflug wird etwa sieben Stunden dauern. In dieser Zeit wird der Asteroid wie ein mäßig heller Punkt aussehen, der sich langsam mit einer Geschwindigkeit, die der eines künstlichen Satelliten entspricht, durch das Sternbild bewegt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2029 bereits zum Internationalen Jahr des Bewusstseins für die Asteroidengefahr und den Planetenschutz erklärt.

Die Beobachtungsmöglichkeit hängt direkt vom geografischen Standort und der Tageszeit ab. Wissenschaftler haben neue Karten vorgestellt, die die Sichtbarkeitszonen visualisieren:

  • Beginn des Vorbeiflugs: Bis zu 4,5 Milliarden Menschen in Australien und den meisten asiatischen Ländern werden das Objekt beobachten können.
  • Spitzenphase: In der Mitte der Flugbahn wird Apophis für fast 5,7 Milliarden Menschen in Ostafrika, Südeuropa, Asien, Australien und dem Nahen Osten sichtbar sein.
  • Abschließende Phase: Zum Zeitpunkt des engsten Vorbeiflugs werden etwa 1,9 Milliarden Menschen in Ost-Südamerika, Nordafrika und Europa den Asteroiden sehen.

Nordamerika wird der einzige Kontinent sein, auf dem der Asteroid am Nachthimmel nicht sichtbar sein wird. Für eine erfolgreiche Beobachtung in anderen Regionen wird ein wolkenloser Himmel und ein Ort mit geringem künstlichem Licht benötigt.