Die ehemalige Soldatin, Unternehmerin und Gründerin eines internationalen Reiseveranstalters Daria Bilan erzählte in einer Gastkolumne für das Lifestyle-Projekt Wave RBC.UA von ihrer eigenen Erfahrung der Rückkehr in das zivile Leben nach dem Militärdienst. Die zentrale Botschaft ihrer Überlegungen besteht darin, dass Veteranen keine Angst davor haben sollten, etwas Neues zu beginnen und ihren Tätigkeitsbereich zu wechseln: Ein Berufswechsel ist kein Eingeständnis, dass die bisherigen Anstrengungen sinnlos waren, sondern eine Möglichkeit, die bereits gesammelte Erfahrung neu zu ordnen. Bilan betont, dass sie zu den Menschen gehöre, die mit 18 nicht wussten, was sie werden wollten, und die, bevor sie ihre Berufung fanden, etwa fünf Berufe wechselten.
Fünf Berufe vor dem Dienst
Den Worten Bilans zufolge sah ihr beruflicher Weg vor der Armee wie eine Aneinanderreihung zunächst unzusammenhängender Etappen aus: Sie arbeitete als Kinderbetreuerin, wurde dann Englischlehrerin und eröffnete eine eigene kleine Schule, verkaufte Sportartikel und war Stretching-Trainerin. Doch, wie sie anmerkt, verstehe sie heute, dass keine dieser Etappen umsonst war. Das Lehren habe sie gelehrt, mit Menschen umzugehen und Komplexes in einfachen Worten zu erklären, die eigene Schule habe erste unternehmerische Erfahrung gegeben, der Verkauf — Kommunikationsfähigkeiten und das Verständnis der Kundenbedürfnisse, und die Arbeit als Trainerin — Disziplin und die Fähigkeit zu motivieren.
Der Dienst als Wendepunkt
Der Militärdienst habe, so Bilans Einschätzung, „ein völlig anderes Maß an Verantwortung, Ausdauer, Organisationstalent und der Fähigkeit, unter Bedingungen zu handeln, bei denen längst nicht alles von einem selbst abhängt' gegeben. Gerade nach dem Dienst habe sich vor ihr, wie vor vielen Soldaten, erneut die Frage „Was nun?' gestellt. Sie räumt ein, dass die Rückkehr in das zivile Leben nicht immer mit einem fertigen Plan einhergehe: Manchmal wisse ein Mensch einfach nicht, wer er sein und wohin er sich bewegen wolle, und das sei, ihrer Meinung nach, in Ordnung. In diesem Moment sei Bilan zu dem zurückgekehrt, was sie immer begeistert habe — der Reiseorganisation —, aber sie sei in diesen Bereich als anderer Mensch gekommen, mit der Erfahrung all ihrer vorherigen Berufe, des Dienstes, der Arbeit mit Menschen und des Managements.
Der neue berufliche Weg
Heute organisiert Bilan individuelle Autoreisen und Premium-Yachtflottillen und denke, ihren Worten zufolge, zum ersten Mal nicht darüber nach, welchen Beruf sie als nächsten wählen solle. Sie habe das Gefühl, eine Richtung gefunden zu haben, in der sie alles verbinden könne, was sie könne und liebe: Menschen, Reisen, Organisation, Verantwortung, Kreativität und Unternehmertum. Die zentrale Schlussfolgerung der Kolumne besteht darin, dass sie im Grunde die ganze Zeit über ihre Richtung nicht gewechselt, sondern Erfahrung gesammelt habe, die irgendwann zu einem einzigen Bild zusammenfand. Der neue Weg beginne somit nicht mit der Suche nach sich selbst auf einer blanken Seite, sondern mit dem Verständnis davon, wer man bereits geworden ist.
Ratschläge für alle, die vom Dienst zurückkehren
Allen, die vom Dienst zurückkehren und nicht verstehen, wer sie im zivilen Leben sein wollen, rät Bilan, sich nicht sofort eine Antwort abzufordern und nicht in Eile zu sein, „den Beruf fürs Leben' zu finden. Wichtig sei, sich zuzulassen, Dinge auszuprobieren, und die bisherige Erfahrung nicht als verschwendete Zeit zu betrachten, nur weil man heute etwas anderes tun wolle. Anstelle der Frage „Wo fange ich bei null an?' schlage sie vor, sich all das anzusehen, was bereits durchlaufen wurde, und sich zu fragen: „Was möchte ich aus dieser Erfahrung mitnehmen?' Genau darin bestehe, ihrer Meinung nach, die wichtigste Antwort auf die Frage der Rückkehr in das zivile Leben nach dem Dienst.