Der Black Friday fällt im Jahr 2026 auf den 27. November — den fünften Tag der letzten Novemberwoche. Wie Händler jedoch betonen, starten die meisten großen Ketten ihre Sonderangebote bereits einige Tage vor dem offiziellen Datum und dehnen die Rabattaktionen auf eine ganze Woche oder sogar einen Monat aus. Für Käufer bedeutet dies, dass sich das Zeitfenster für Schnäppchen bereits Anfang November öffnet. Gleichzeitig herrscht in genau diesem Zeitraum Hochkonjunktur für Betrüger und Marketingexperten, die Methoden anwenden, welche optisch einen Rabatt vortäuschen, den tatsächlichen Warenwert aber nicht senken. Experten und Aufsichtsbehörden erinnern daran: Vor der Bestellung ist es wichtig, die Seriosität des Angebots zu prüfen und sicherzustellen, dass der Verkäufer tatsächlich existiert.

Künstliche Preiserhöhung: Die Hauptmethode des «Scheinrabatts»

Eine der verbreitetsten Praktiken, auf die der staatliche Verbraucherschutz hinweist, ist das vorherige Anheben des ursprünglichen Produktpreises. Die Mechanik ist simpel: Vor der Aktion erhöht der Händler den Preis und «senkt» ihn dann auf das normale Niveau zurück. Der Käufer sieht ein großes Rabattschild, obwohl die Ersparnis im Vergleich zum echten Marktwert minimal oder gar nicht vorhanden ist. Ein in Styler-Materialien angeführtes Beispiel veranschaulicht dies deutlich: Eine Kaffeemaschine, die vor der Aktion 4000 Hrywnja kostete, wurde vor dem Black Friday auf 6000 Hrywnja hochgestuft und während des Verkaufs für 3900 Hrywnja angeboten. Auf dem Preisschild steht «35% Rabatt», während die tatsächliche Ersparnis gerade einmal 100 Hrywnja beträgt. Die Behörde betont, dass Informationen über Werbeaktionen der Wahrheit entsprechen müssen und das Erzeugen der Illusion einer starken Preissenkung durch künstliche Erhöhung des Basispreises unzulässig ist.

Praktische Schritte: So prüfen Sie, ob ein Rabatt echt ist

Experten empfehlen eine Reihe konkreter Schritte vor dem Kauf. Erstens sollte man den Aktionspreis mit den Preisen vor dem Sale und den Angeboten anderer Geschäfte vergleichen — dabei ist darauf zu achten, identische Modelle und keine Artikel mit ähnlichen Namen gegenüberzustellen. Zweitens lohnt sich die Nutzung von Preishistorien-Diensten, die die Preisentwicklung der vergangenen Wochen und Monate anzeigen. Drittens sollte man auf den Lieferumfang achten: Ein günstigeres Angebot kann sich auf eine vereinfachte Version des Geräts oder ein Produkt ohne Zubehör beziehen. Viertens gilt es, die Gesamtkosten inklusive Versand, Provisionen und obligatorischer Zusatzleistungen zu berechnen, da diese die erwartete Ersparnis deutlich schmälern können. Schließlich müssen die Aktionsbedingungen genau studiert werden: Oft gilt der beworbene Preis nur mit einem Gutscheincode, beim gleichzeitigen Kauf mehrerer Artikel oder exklusiv für Treueprogramm-Mitglieder. Bei teurer Technik raten Experten dazu, die Preise bereits vor Verkaufsstart zu beobachten, um einen objektiven Ausgangspunkt zu haben.

Marketingtricks, die zum Überzahlen verleiten

Nicht jedes Sonderangebot ist Betrug, doch eine Reihe von Formulierungen provoziert Impulskäufe von unnötigen Dingen. Die Formel «zweiter Artikel zum halben Preis» klingt verlockend, doch um den Rabatt zu erhalten, muss der Käufer eine zusätzliche, nicht benötigte Einheit erwerben — die Gesamtausgaben steigen. Das Angebot «drei Artikel zum Preis von zwei» erfordert die Berechnung des Stückpreises und den Vergleich mit dem, was diese Waren einzeln bei anderen Händlern kosten würden. Hinweise auf begrenzte Bestände («nur noch zwei Stück verfügbar») erzeugen Dringlichkeit; auch wenn sie nicht zwangsläufig falsch sind, sollten sie eine eigenständige Preisprüfung nicht ersetzen. Countdown-Timer («Rabatt gilt nur noch 10 Minuten») treiben zu spontanen Entscheidungen an, wobei eine Situation besonders misstrauisch machen sollte, wenn die Aktion nach Ablauf des Countdowns «von vorne beginnt». Die Bedingung «kostenloser Versand ab einem bestimmten Bestellwert» verleitet dazu, unnötige Artikel in den Warenkorb zu legen, deren Wert die Versandkosten übersteigt. Vor der Bestellung sollte man nicht die Rabatthöhe, sondern den Gesamtkaufbetrag bewerten.

Betrügerische Websites und Phishing: Eine eigene Risikozone

Neben Marketingtricks schnellt die Cyberkriminalität rund um den Black Friday drastisch in die Höhe. Kriminelle kopieren Produktfotos, das Layout bekannter Shops und sogar Kundenbewertungen, um Websites und Social-Media-Seiten zu erstellen, die von echten kaum zu unterscheiden sind. Ihr Ziel ist es, Vorauszahlungen zu erlangen oder Bankdaten abzufischen. Die Cyberpolizei warnt, dass Betrüger extrem niedrige Preise als Köder nutzen: Nach Erhalt einer Vorauszahlung brechen sie den Kontakt ab und löschen die Seite. Anzeichen für einen verdächtigen Shop: die Forderung nach Vorkasse auf das Konto einer Privatperson; eine Webadresse, die einer bekannten Marke ähnelt, aber zusätzliche Zeichen oder Tippfehler enthält; eine kürzlich erstelle Social-Media-Seite mit deaktivierten Kommentaren; ständiger Druck seitens des Verkäufers und die Weigerung, Lieferbedingungen zu besprechen. Zudem erhalten Nutzer während des Sales Nachrichten über angeblich exklusive Rabatte bekannter Marken — Links darin können zu Phishing-Seiten führen, wo unter dem Vorwand einer Bestellung persönliche und Zahlungsdaten abgefragt werden. Vor dem Kauf sollte man den Shop-Namen prüfen, unabhängige Bewertungen suchen und sicherstellen, dass der Händler wirklich existiert.

Käuferrechte und Handlungsoptionen bei Betrugsverdacht

Der Verbraucherschutz erinnert daran, dass Verkäufer verpflichtet sind, wahrheitsgemäße Informationen über Werbeaktionen bereitzustellen. Stellt ein Käufer fest, dass ein «Rabatt» durch vorherige Preissteigerung erzeugt wurde, hat er das Recht, sich mit einer Beschwerde an die zuständige Dienststelle zu wenden. Im Falle eines Kaufs auf einer Betrugsseite oder bei Geldverlust durch Phishing wird empfohlen, sich unverzüglich an die Cyberpolizei zu wenden und Chat-Screenshots, Links sowie Zahlungsdaten zu sichern. Eine Grundregel zur Senkung des Verlustrisikos lautet: Keine finanziellen Entscheidungen unter dem Druck von Timern und Restbeständen treffen — die Zeit für die Prüfung von Preis und Verkäufer zahlt sich immer aus.