Längere Stromausfälle können den gewohnten Alltag und die Ernährung einer Familie grundlegend verändern. Wenn Kühlschrank und Herd nicht mehr funktionieren, rücken Lebensmittel in den Vordergrund, die geöffnet und ohne Erhitzen oder Kühlen gegessen werden können. Die Lebensmitteltechnologin Kristina Gawrisch hat in ihrem Instagram-Account, auf den das Magazin Styler mit Verweis aufmerksam machte, eine praktische Liste zusammengestellt, was man für den Fall eines längeren Blackouts vorrätig haben sollte. Das Schlüsselprinzip: Die Nahrung muss auch ohne Strom zugänglich und sicher bleiben.

Wasser: Grundorientierung der CDC und Berücksichtigung aller Familienmitglieder

Der erste und wichtigste Punkt des Vorrats ist Trinkwasser. Laut den Empfehlungen der US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) beträgt die Mindestorientierung in Notlagen etwa 3,8 Liter pro Person und Tag. Wichtig ist, das Volumen nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder auszurechnen und dabei die Haustiere nicht zu vergessen. Die Expertin rät, einen Teil des Vorrats in transportablen Behältern aufzubewahren, damit man bei Bedarf nicht die gesamte Tare öffnen und das Risiko einer Kontamination des Wassers eingehen muss.

Konserven, Hülsenfrüchte und Nüsse: die Basis der „kalten“ Ration

Bei einem längeren Stromausfall werden fertige Produkte am praktischsten, die man öffnen und sofort essen kann. Im Vorrat sollten eingelegte Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Fisch- und Fleischkonserven sowie kleine Packungen fertiger Pâtés gehalten werden. Entscheidend ist, Portionen zu wählen, die man nach dem Öffnen tatsächlich aufisst: Ohne Kühlschrank ein Produkt „für später“ aufzubewahren, ist unsicher. Nüsse und Samen nehmen wenig Platz ein, enthalten viel Energie und benötigen keine Zubereitung; auch Nussmus in kleiner Verpackung ist praktisch. Allerdings sollte man Nüsse nicht „für Jahre“ einkaufen – die Fette oxidieren mit der Zeit, daher müssen Haltbarkeit und Geruch vor dem Verzehr geprüft werden.

Getreide und Brot: bequeme Basis, aber nicht die einzige Nahrungsquelle

Knäckebrot, Galleten, Cracker, Tortillas und andere lang haltbare Backwaren können die Basis einer vollwertigen Mahlzeit bilden, die man mit Kichererbsen, Pâté oder eingelegtem Gemüse ergänzt. Wichtig ist dabei, solche Produkte nicht zur einzigen Tagesnahrung zu machen: Ihre Aufgabe ist es, eine bequeme Basis zu sein, die man mit Proteinen, Fetten und Gemüse kombiniert. Couscous, Haferflocken und andere schnelle Getreidesorten scheinen ideal für einen Blackout zu sein, aber es gibt einen Haken: Sie brauchen heißes Wasser. Daher sollte man solche Produkte nur zusammen mit einer echten Reserve zum Erhitzen von Flüssigkeit kaufen – einem Brenner (nur dort, wo es sicher und erlaubt ist) oder einer Thermoskanne, die heißes Wasser länger erhält und Energie spart. Ein Teil des Vorrats muss unbedingt aus Lebensmitteln bestehen, die ohne Erhitzen gegessen werden können: Ein Vorrat, der vollständig von einem Elektroherd abhängt, hat einen klaren strategischen Nachteil.

Gemüse, Obst und Getränke: was die Ration ergänzt

Für einen längeren Vorrat eignen sich eingelegte Mais, Erbsen, Tomaten, Bohnen, Litschi und Gemüsemischungen – sie brauchen keine Zubereitung und ergänzen Getreide, Knäckebrot oder Konserven gut. Unter den frischen Obstsorten halten Äpfel und Zitrusfrüchte am längsten; Bananen sollte man in kleinen Chargen kaufen, da sie ein Produkt für den sofortigen Verzehr und nicht für langfristige Vorräte sind. Trockenfrüchte sind kompakt und liefern schnelle Kohlenhydrate, können frisches Obst aber nicht vollständig ersetzen und sollten nicht die Basis der Ration bilden. Ultra pasteurisierte Getränke können bis zum Öffnen ohne Kühlschrank gelagert werden, sofern dies auf der Kennzeichnung angegeben ist; kleine Packungen sind hier praktischer, da sich die Lagerbedingungen nach dem Öffnen ändern. Schokolade, Kekse und Riegel sind nützlich als schnelle Energiequelle und zur Stimmungsaufhellung, aber der Vorrat sollte nicht ausschließlich auf Süßigkeiten aufgebaut werden – die Bedürfnisse von Kindern, Allergikern oder Menschen mit spezieller Ernährung müssen berücksichtigt werden.

Praktische Kleinigkeiten und das FEFO-Rotationsprinzip

Scheinbar eine Kleinigkeit, aber genau sie kann einen Teil der Vorräte unzugänglich machen: Wenn Konserven keinen eingebauten Ring oder Hebel haben, stellen Sie sicher, dass zu Hause ein elektrisch unabhängiger manueller Dosenöffner vorhanden ist. Bewahren Sie ihn in der Nähe der Lebensmittel auf und prüfen Sie, ob er sich tatsächlich gut zum Öffnen der Dosen eignet. Für Haustiere sollten Sie im Voraus Futter, Wasser und nötige Medikamente bereitlegen. Ein Haushaltsvorrat sollte nicht jahrelang unangetastet stehen bleiben: Die beste Strategie ist die Rotation, bei der die Produkte im normalen Alltag verwendet und schrittweise durch neue aufgefüllt werden. Praktisch ist es, das FEFO-Prinzip (First Expired, First Out) zu befolgen – zuerst verwenden, was früher abläuft, und Produkte mit kürzerer Haltbarkeit näherhin stellen, damit sie zuerst in den normalen Speiseplan gelangen. Ein guter Vorrat ist nicht einfach nur dutzende Packungen, verteilt über die Schränke, sondern ein durchdachtes System, in dem im Voraus klar ist, was man daraus genau zubereiten oder essen wird.