Am 20. August 2026 stiegen die weltweiten Ölpreise auf ein Niveau, das seit Ende Juli nicht mehr gesehen worden war, und zeigten damit die fünfte Aufwärtssitzung in Folge. Laut Stand am Morgen des Donnerstags stiegen die Oktober-Futures für die Sorte Brent um 1,20 US-Dollar, oder 1,3 %, auf 92,82 US-Dollar pro Fass. Der aktivere Oktober-Kontrakt für das amerikanische Rohöl West Texas Intermediate (WTI) legte 1,13 US-Dollar, oder 1,3 %, zu und erreichte 85,52 US-Dollar pro Fass. Beide Schlüsselqualitäten erreichten damit ihren höchsten Stand seit dem 24. Juli, was Analysten auf die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Lieferungen aus dem Nahen Osten zurückführen.

Geopolitischer Treiber: Hormusstraße unter Druck

Hauptfaktor, der die Kurse stützt, bleibt der Stillstand im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie dessen direkte Auswirkung auf die Logistik von Kohlenwasserstoffen. Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus – die wichtigste Wasserstraße für den Export des nahöstlichen Öls – hat sich spürbar verlangsamt: Die meisten Reedereien meiden die Route aufgrund fehlender klarer Signale über ihre Wiedereröffnung nach der von den USA im Rahmen des Konflikts verhängten Blockade. Genau dieser Faktor erzeugt eine Risikoprämie, die die Preise auf einem erhöhten Niveau hält.

Analytiker-Bewertung: Anstieg ohne neuen Impuls

„Die Ölpreise bleiben erhöht, da der Markt durch sporadische Angriffe im Nahen Osten gestützt wird, ihm jedoch ohne eine signifikante Eskalation an neuem Impuls mangelt', erklärte Hiroyuki Kikukawa, Chefstratege von Nissan Securities Investment, einer Abteilung der Nissan Securities. Laut ihm wird der Markt wahrscheinlich einen graduellen Aufwärtstrend beibehalten, angesichts der Unsicherheit bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie der Spannungen in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und dem Iran. Mit anderen Worten: Ohne eine scharfe Verschärfung oder einen Durchbruch bei den Verhandlungen wird die Dynamik moderat bleiben.

Geheimer Korridor und Trumps Aussagen zur „Ersatz'-Lösung der Straße

Hintergrund der offiziellen Blockade berichten Medien, dass die US-Militärs unauffällig eine alternative Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus geschaffen haben. Den vorliegenden Daten zufolge läuft die Operation bereits seit mehreren Wochen: 15 bis 20 Tanker sind durch den südlichen Kanal entlang der Küste Omans in die Straße eingelaufen und wieder ausgelaufen, und täglich werden Millionen von Barrels Öl durch diesen Kanal transportiert. Parallel dazu erklärte der US-Präsident Donald Trump öffentlich eine „Ersatz'-Lösung für die Straße von Hormus und gab an, dass Öl „aus einer ganz anderen Ecke der Welt' importiert werden könne. Zuvor hatte er erneut Pläne angekündigt, die Straße von Hormus zum US-Territorium zu erklären. Teheran seinerseits erklärte, dass die Straße nicht wieder geöffnet werde, bis die USA alle Bedingungen aus dem Islamabadi-Verständnisprotokoll vollständig erfüllen, und bereitet sich auf eine mögliche Verschärfung nicht nur im Bereich der Straße, sondern auch in einem breiteren Regionalraum vor.

Widersprüchliche Daten

In den Primärquellen gibt es eine Diskrepanz bei den Zahlen zur amerikanischen Marke: An einer Stelle wird angegeben, dass die September-Futures für WTI sich um „-5 Dollar' verändert hätten, was dem allgemeinen fünf Tage anhaltenden Aufwärtstrend und der nachfolgenden Meldung über den Anstieg des Oktober-Kontrakts für WTI um 1,13 Dollar auf 85,52 Dollar widerspricht. Vermutlich handelt es sich um einen Tippfehler oder einen weniger liquiden September-Kontrakt, während der Oktober-Kontrakt als Marktmaßstab dient. Darüber hinaus widersprechen die öffentlichen Erklärungen Washingtons zur „Ersatz'-Lösung der Straße und den Plänen ihrer Aneignung der tatsächlichen Lage: Die Straße bleibt weiterhin blockiert, und der Iran verknüpft ihre Wiedereröffnung strikt mit der Erfüllung des Islamabadi-Verständnisprotokolls. Diese Diskrepanzen in den Versionen der Konfliktparteien machen einen Teil des politischen Kontexts hypothetisch, obwohl die Tatsache des Preisanstiegs auf ein dreiwöchiges Hoch durch mehrere unabhängige Quellen bestätigt wird.