Am Freitag, dem 11. September 2026, setzten die weltweiten Ölpreise ihren Aufwärtstrend fort und werden, den morgendlichen Kursen zufolge, erstmals seit mehreren Monaten die Handelwoche über der psychologischen Marke von 100 Dollar pro Barrel abschließen. Am Freitagmorgen stiegen die Futures auf das Nordsee-Öl Brent um 1,05 Dollar, also 1 %, auf 108,68 Dollar pro Barrel. Der US-Referenzwert West Texas Intermediate (WTI) legte um 95 Cent (ebenfalls rund 1 %) zu und erreichte 103,45 Dollar pro Barrel. Beide wichtigen Indikatoren festigten sich somit vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken im Nahen Osten.

Kursdynamik: Wochenanstieg von fast 13 %

Der Anstieg am Freitag krönte einen kraftvollen wöchentlichen Impuls. Beide Referenzwerte waren bereits am Donnerstag, dem 10. September, um mehr als 6 % gestiegen, und über die Woche zulegten die wichtigsten Ölindizes um fast 13 %. Schätzungen von Analysten zufolge ist dies der stärkste Wochenanstieg seit der Woche, die am 17. Juli endete. Diese Dynamik zeigt, dass der Markt in den Preis keinen einmaligen Schock, sondern die Erwartung anhaltender Lieferengpässe aus einer der wichtigsten Ölexportregionen der Welt einpreist.

Eskalation um die Straße von Hormus und das Rote Meer

Der wichtigste Treiber des Anstiegs war eine Kette militärischer Ereignisse in der Region. Am Donnerstag eroberten die von Iran unterstützten Huthi den jemenitischen Hafen Mocha, was eine zusätzliche Bedrohung für die Schifffahrt im Roten Meer darstellt. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus aufgrund häufigerer Angriffe auf Tanker weiterhin eingeschränkt bleibt. Zudem griff Iran am Mittwoch 10 Schiffe in der Nähe der Straße an, nachdem die USA fünf iranische Öltanker angegriffen hatten. Die Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, sie würden Vergeltungsmaßnahmen verstärken, falls weitere Angriffe erfolgen sollten. Analysten betonen, dass die Angriffe aus dem Jemen auf Energieanlagen in Saudi-Arabien eine Ausweitung des Konflikts über Iran und die Straße von Hormus hinaus markierten und die Sorgen über anhaltende Störungen in der gesamten Region verstärkten.

Analystenprognosen: erneutes Testen des März-Hochs

Vor dem Hintergrund der Verschärfung der Lage und der Bereitschaft Irans, den Konflikt so lange wie möglich zu verlängern, revidieren Marktteilnehmer die oberen Grenzen des Preisspektrums. Nach Ansicht des IG-Analysten Tony Sicomore wird es unter diesen Umständen immer wahrscheinlicher, dass der Preis für WTI-Öl das am Anfang März erreichte Hoch von 119,48 Dollar erneut testen wird. Selbst bei aktuellen Kursen über 100 Dollar pro Barrel schließen Analysten bei anhaltender oder verstärkter Eskalation einen weiteren Anstieg nicht aus.

Widersprüchliche Daten

Gleichzeitig widersprechen sich die Quellen darin, wann das Öl zuletzt über 100 Dollar pro Barrel gehandelt wurde. In einigen Materialien heißt es, dass die aktuelle Woche die erste seit Mitte Mai sein wird, die über der Marke von 100 Dollar endet, während andere Medien (insbesondere nach Angaben vom 9. September) berichten, dass Brent erstmals seit dem 24. Juli über 100 Dollar gestiegen sei. Der Unterschied in den Daten hängt damit zusammen, dass in einigen Fällen das tatsächliche Überschreiten des Niveaus innerhalb eines Tages als Maßstab dient, in anderen das Ende der Handelwoche über der Marke. Die Tatsache des Überschreitens von 100 Dollar und des wöchentlichen Anstiegs von rund 13 % wird dabei von allen überprüften Quellen bestätigt.