Vier Länder – Großbritannien, Italien, die Niederlande und Deutschland – haben ihre Reiseempfehlungen für ihre Bürger aktualisiert und rufen sie auf, von Reisen in die Ukraine abzusehen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die aktualisierten Positionen der Außenministerien der jeweiligen Staaten. Grund dafür ist die Bedrohung durch russische Raketenangriffe auf das gesamte Staatsgebiet sowie die Risiken im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Winter und möglichen Ausfällen von Strom, Wasser und Heizung. Damit haben sich gleich vier große europäische Hauptstädte der bereits geltenden Warnung der USA angeschlossen, die für die Ukraine das maximale vierte Gefahrenlevel „Reisen Sie nicht hin“ beibehalten hat.
Umfang der Gebiete: vom vollständigen Verbot bis zu Ausnahmen
Der Ansatz der Behörden unterscheidet sich im geografischen Umfang. Das britische Außenministerium hat ein offizielles Verbot für das gesamte Gebiet der Ukraine erlassen, mit Ausnahme der fünf westlichen Oblaste – Transkarpatien, Iwano-Frankiwsk, Ternopil, Lwiw und Tscherniwzi. Dabei betonte die britische Behörde, dass eine Reiseversicherung keinen Schaden abdecken wird, der Personen entsteht, die sich trotz der offiziellen Warnungen für einen Besuch des Landes entscheiden. Die Niederlande haben demgegenüber das gesamte Gebiet der Ukraine als Zone des höchsten Risikos eingestuft und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Botschaft bei Problemen keine Hilfe leisten kann.
Winterliche Risiken für das Energiesystem
Das britische Außenministerium legte besonderen Schwerpunkt auf die Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur in der Winterzeit. In der Erklärung wird darauf hingewiesen, dass russische Angriffe auf das Energiesystem ungeplante und notbedingte Stromausfälle ohne Vorwarnung nach sich ziehen können, während in einzelnen Regionen geplante Einschränkungen der Stromversorgung möglich sind. Dies werde, so die Einschätzung der Behörde, sich auf die Funktion der Zentralheizung und der Wasserversorgung auswirken; im Winter kann die Temperatur auf unter −20 °C sinken, was die Risiken für in dem Land befindliche Ausländer vielfach verstärkt.
Positionen Italiens, der Niederlande und Deutschlands
Das italienische Außenministerium berichtete über eine steigende Gefahr neuer russischer Raketenangriffe auf dem gesamten Gebiet und empfiehlt dringend, keinerlei Reisen in das Land zu unternehmen. Die Empfehlungen der Niederlande enthalten eine direkte Warnung: „Fahren Sie auf keinen Fall dorthin. Es ist zu gefährlich“, und Bürgern, die sich bereits in der Ukraine befinden, wird geraten, das Land zu verlassen, sobald dies sicher möglich ist. Deutschland hat seine Hinweise am Vorabend des ukrainischen Unabhängigkeitstages aktualisiert und vor dem Risiko verstärkter Luftangriffe gewarnt; derzeit gelten all diese Empfehlungen weiterhin, und deutschen Bürgern wird von Besuchen abgeraten.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Positionen der Länder gibt es einen deutlichen Unterschied im geografischen Umfang der Einschränkungen. Während Großbritannien die fünf westlichen Oblaste formal vom Verbot ausnimmt, stufen die Niederlande das gesamte Gebiet der Ukraine, einschließlich derselben westlichen Regionen, als Zone des höchsten Risikos mit der Formulierung „auf keinen Fall dorthin reisen“ ein. Das bedeutet, dass für dieselbe westliche Region bei verschiedenen Behörden faktisch unterschiedliche Warnstufen gelten. Auch die Chronologie der Aktualisierungen unterscheidet sich: Deutschland hat seine Hinweise am Vorabend des Unabhängigkeitstages aktualisiert, während die Positionen der übrigen Länder als aktuelle, aktualisierte Empfehlungen ohne ein einheitliches Datum dargestellt werden. Diese Unterschiede sind bei der Reiseplanung zu berücksichtigen, indem man die Website der jeweiligen Botschaft überprüft.
Kontext: Position der USA
Alle diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund, dass das US-Außenministerium zuvor seine Reiseempfehlungen für die Ukraine aktualisiert und die Amerikaner angesichts des Krieges und der anhaltenden russischen Angriffe aufgefordert hatte, von einem Besuch des Landes abzusehen, wobei das maximale vierte Gefahrenlevel „Reisen Sie nicht hin“ beibehalten wurde. Das Gesamtsignal der fünf Staaten – Washington, London, Rom, Den Haag und Berlin – bildet einen einheitlichen und beispiellos harten Konsens darüber, dass touristische und nicht dringende Reisen in die Ukraine auf der aktuellen Stufe unzulässig sind.