Der Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Kyrylo Budanow, kommentierte den Besuch des CIA-Direktors der USA, John Ratschiffe, in Moskau am 25. August. In einem Kommentar gegenüber der Ausgabe Nowosti.LIVE, auf den sich RBC-Ukraine bezieht, bestätigte Budanow, dass der Krieg in der Ukraine eines der Themen war, die während der Gespräche angesprochen wurden, betonte jedoch, dass die Diskussion „im Kontext' stattfand und nicht die Hauptfrage des Treffens war.
Aufruf zur Zurückhaltung
Auf Fragen zu den Zielen des Besuchs des Chefs der amerikanischen Geheimdienste im Aggressorland verwies Budanow darauf, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und auf die offiziellen Kommentare beider Seiten zu warten. „Seien wir in öffentlichen Äußerungen zurückhaltend', so der Leiter des Präsidialamts, der betonte, dass eine öffentliche Diskussion der Details zu diesem Zeitpunkt nicht zweckmäßig sei.
Verlegter Besuch und Agenda
Laut Budanow war der Besuch ursprünglich „an einem anderen Ort' geplant, wurde jedoch verlegt. Als Hauptthemen des Treffens nannte er „die Beziehungen, sozusagen, zwischen den beiden Ländern'. Dies deutet darauf hin, dass die Agenda einen breiten diplomatischen Charakter hatte und nicht ausschließlich auf die militärische Spur beschränkt war.
Position der russischen Seite
In Moskau wurde der Besuch bestätigt. Der Direktor des FSVN Russlands, Sergei Naryschkin, erklärte, dass er sich mit dem CIA-Chef getroffen habe und dass die Seiten Fragen besprochen hätten, die in der Zuständigkeit der Geheimdienste lägen. Die russische Seite beschränkte sich somit auf Formulierungen zur Arbeit der Nachrichtendienste, ohne Details zur ukrainischen Richtung offenzulegen.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Erklärungen der Seiten bestehen Unterschiede in den Schwerpunkten. Kiew bestätigt über Budanow direkt, dass der Krieg in der Ukraine besprochen wurde, aber „im Kontext' und nicht als Hauptfrage, und verweist auf die Verlegung des Besuchs vom ursprünglich geplanten Ort. Die russische Seite beschreibt das Treffen hingegen ausschließlich in der Ebene der Zuständigkeit der Geheimdienste, ohne ein separates ukrainisches Thema zu bestätigen oder zu dementieren. Eine Diskrepanz besteht auch in der Bewertung des Umfangs: Für Kiew ist es Teil einer breiteren diplomatischen Agenda, für Moskau ein dienstlicher Kontakt der Geheimdienste. Bis zum Erscheinen offizieller Positionen beider Hauptstädte bleiben diese Versionen in den Details unvereinbar.
Kontext und Bedeutung
Die Erklärung Budanows erfolgte vor dem Hintergrund laufender Diskussionen um mögliche Formate zur Beilegung des Konflikts. Zuvor waren in der öffentlichen Debatte Berichte über die Vorbereitung dreiseitiger Kontakte mit Beteiligung der USA sowie Aussagen zu Aufgaben zur Beendigung des Konflikts aufgetaucht. In dieser Situation wird die Bestätigung, dass die ukrainische Frage auf der Ebene der Geheimdienstchefs angesprochen wurde, als Indikator dafür gewertet, dass der diplomatische Kanal zwischen Washington und Moskau bezüglich der Ukraine aktiv bleibt, auch wenn er nicht das einzige Thema der bilateralen Kontakte ist.