Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peschkow, erklärte, dass der Kreml derzeit keine Informationen über mögliche Zeitrahmen für die nächste Runde der dreiseitigen Verhandlungen im Format Russland – USA – Ukraine vorliegen. Seinen Worten zufolge verfügt die russische Seite über keine Pläne und kein konkretes Datum für ein neues Treffen der Delegationen. Die Erklärung erfolgte als Antwort auf eine Journalistenfrage, die sich auf jüngste Äußerungen des Chefs des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kirill Budanow, über die Wahrscheinlichkeit eines neuen Treffens der ukrainischen und russischen Seite im September bezog.
Position des Kremls: keine Daten, keine Bestätigungen
Kontext: Wovon geht Kiew aus
Veranlassung für die Frage an Peschkow war die Erklärung des Chefs des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kirill Budanow, der ein neues Treffen der Vertreter der Ukraine und Russlands bereits im September für möglich hielt. Genau diese Einschätzung löste die Reaktion des Kremls aus: Die ukrainische Seite gab damit im Wesentlichen einen zeitlichen Orientierungsrahmen vor, während die russische Seite diesen nicht mit einer Bestätigung erwiderte. Die Möglichkeit neuer Kontakte zwischen Kiew und Moskau bleibt vor dem Hintergrund der Bemühungen beider Seiten, das weitere Format des Verhandlungsprozesses zu bestimmen, Gegenstand der Diskussion.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Positionen der beiden Hauptstädte besteht eine deutliche Diskrepanz in der Einschätzung der Zeitrahmen. Kiew, über die Erklärung Budanows, допускает öffentlich das Szenario eines neuen Treffens der Delegationen im September, legt diesen Monat also faktisch in die Verhandlungsagenda. Die russische Seite, vertreten durch Peschkow, erklärt demgegenüber, dass keine Angaben über Pläne und konkrete Zeitrahmen vorliegen, und bestätigt das September-Szenario nicht. Eine Seite operiert also mit einem wahrscheinlichen Zeitfenster für Kontakte, die andere verneint das Vorliegen bestätigter Pläne. Der Unterschied der Versionen hat den Charakter einer Divergenz in den öffentlichen Erklärungen der Seiten, nicht in den Tatsachen selbst: Keine der Seiten bestreitet den Fakt früherer Kontakte, sie gehen jedoch bei der Bewertung der nächsten Schritte auseinander.
Der diplomatische Horizont nach Einschätzung Selenskyjs
Ein Hinweis auf den weiteren zeitlichen Kontext ist die Erklärung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der der Ansicht ist, dass der günstigste Zeitraum für eine diplomatische Beendigung des Konflikts vom G20-Gipfel in den USA im Dezember bis zum Ende des Sommers 2027 andauern könnte. Seinen Worten zufolge wird genau dieser Zeitraum die aktivste Phase für die Diplomatie darstellen, da danach in den USA die Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahlen beginne, was nach Einschätzung Kiews das Zeitfenster für einen Durchbruch einschränken würde. Diese Logik erklärt, warum beide Seiten daran interessiert sind, mindestens einen arbeitsfähigen Kontakt-Rounde bis Ende 2026 zu fixieren.
Einschätzung des Formats: Diskussion über die nächsten Schritte
Die Situation fügt sich in einen allgemeineren Kontext ein, in dem das Format der dreiseitigen Kontakte bereits kritisiert wird: In öffentlichen Einschätzungen (auch in Materialien des deutschen Senders DW) sind Urteile zu hören, wonach das Format „Ukraine – USA – Russland“ sich im Wesentlichen erschöpft habe; zuvor hatte in Abu Dhabi der erste Tag der dreiseitigen Verhandlungen in diesem Format stattgefunden. Vor diesem Hintergrund machen das Schweigen des Kremls zu den Zeitrahmen der nächsten Runde und das Fehlen eines bestätigten Datums die kurzfristige Verhandlungsagenda unbestimmt: Bis zu offiziellen Ankündigungen seitens einer der Seiten gibt es keine Grundlage, vom September-Treffen als vollzogenem Fakt zu sprechen.