Die bulgarischen Streitkräfte der Marine haben innerhalb weniger Tage eine Reihe von Operationen zur Aufklärung und Neutralisierung unbemannter Luftfahrzeuge durchgeführt, die im Gewässer des Schwarzen Meeres und an der Küste in der Nähe von Warna aufgefunden wurden. Dies berichtete das bulgarische Verteidigungsministerium, wie RBC-Ukraine meldet. Laut Angaben des Ministeriums wurden einige Drohnen durch eine Explosion an Ort und Stelle zerstört, andere – nach ihrer Identifizierung – auf die Marinebasis zur weiteren Untersuchung gebracht. Die Vorfälle ereigneten sich an mehreren Orten: am Strand Kabakum, in den Gewässern bei Pomorie, im Bereich Pascha Dere und am Kurort Kamtschia.

Drohne am Strand Kabakum: Aufklärung ohne Sprengstoff

Einer spezialisierten Gruppe der Marinebasis „Warna“ wurde die Aufgabe erteilt, eine von den Meeresströmungen an den Strand in der Gegend „Kabakum“ bei Warna gespülte Drohne aufzuklären und zu identifizieren. Die Soldaten untersuchten das Gerät und stellten fest, dass kein Sprengstoff an Bord war. Anschließend wurde die Drohne auf das Gelände der Marinebasis zur weiteren Analyse transportiert. Auf dem veröffentlichten Foto der Agentur BTA (Foto: Rumen Sarandew) sind Trümmerteile des Geräts mit charakteristischer weiß-schwarzer Lackierung und gelber Kennzeichnung „030132599“ auf einem Flügelfragment zu sehen, das im Sand liegt.

Zerstörung von Objekten im Gewässer: Pomorie und Pascha Dere

Gleichzeitig erhielt ein anderes Team der Marine die Aufgabe, ein Objekt in den Gewässern des Schwarzen Meeres in der Nähe der Stadt Pomorie aufzuklären. Die Soldaten identifizierten es als Drohne und zerstörten es an Ort und Stelle unter strikter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen. Eine weitere Aufgabe wurde von den Soldaten der Basis „Warna“ im Bereich „Pascha Dere“ südlich von Warna ausgeführt: Das im Wasser aufgefundenen Objekt wurde ebenfalls aufgeklärt und im Meer gesprengt. Somit wurde ein Teil der aufgefundenen Geräte direkt im Gewässer neutralisiert, während ein anderer Teil zur weiteren Untersuchung auf der Basis beschlagnahmt wurde.

Flügel einer militärischen Drohne bei Kamtschia

Kurz vor den genannten Funden wurde einer spezialisierten Gruppe der Basis „Warna“ die Aufgabe erteilt, eine in den Gewässern des Schwarzen Meeres im Bereich des Kurorts Kamtschia gesichtete Drohne aufzuklären. Nach der Untersuchung stellten die Soldaten fest, dass es sich um einen Flügel einer militärischen Drohne handelte, der aus dem Meer gespült worden war und keine Munition enthielt. Das Objekt wurde als ungefährlich eingestuft und auf die Marinebasis gebracht. Nach der Gesamtheit der Merkmale – Form der Trümmerteile, Vorhandensein eines Propellers und der Kennzeichnung – gehört das Gerät zur Klasse der bemannten oder unbemannten Luftfahrzeuge mit Schraubenantrieb.

Kontext: Juli-Vorfall und diplomatische Resonanz

Die aktuelle Serie von Funden ereignet sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in der Region des Schwarzen Meeres. Ende Juli fischte die bulgarische Marine in der Nähe ihrer Küste im Schwarzen Meer eine Drohne aus, die optisch an die russische Drohne „Gerber“ erinnerte, deren Herkunft jedoch offiziell nicht bestätigt wurde. Darüber hinaus rief das bulgarische Außenministerium am 8. August 2026 den ukrainischen Botschafter wegen der Explosion einer Drohne zu sich, was auf eine diplomatische Spannung zwischen Sofia und Kiew hindeutete. Die Gesamtheit dieser Ereignisse unterstreicht, dass das Schwarze Meer eine Zone erhöhter Aktivität und gegenseitiger Verdächtigungen zwischen den Anrainerstaaten bleibt.

Widersprüchliche Daten

In offenen Quellen gibt es Widersprüche bei der Interpretation der Herkunft der aufgefundenen Geräte. Einerseits wurde die Juli-Drohne anhand visueller Merkmale mit dem russischen Modell „Gerber“ assoziiert, doch übernahm keine Seite die Verantwortung für ihren Start. Andererseits deutete der diplomatische Vorfall vom 8. August, als Sofia den ukrainischen Botschafter zu sich rief, indirekt darauf hin, dass die bulgarische Seite zumindest einen Teil der Vorfälle mit der ukrainischen Seite in Verbindung brachte. Im offiziellen Statement des bulgarischen Verteidigungsministeriums zur aktuellen Serie von Funden (26. August) wird die Herkunft der konkreten Geräte jedoch nicht näher bezeichnet. Somit bleibt die Frage, wer die Quelle der Drohnen ist, offiziell ungeklärt, und die öffentlichen Narrative der verschiedenen Seiten weichen voneinander ab.