Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhen Chmara erklärte, dass er das bestehende Team des Ministeriums beibehalten wolle, und kündigte gleichzeitig die Stärkung bestimmter Bereiche an. Dies teilte er in einem Gespräch mit Journalisten mit, wie RBC-Ukraine berichtet. Laut dem Minister sei seine wichtigste Priorität zu Beginn seiner neuen Tätigkeit die Sicherstellung von Kontinuität und Stabilität in der Struktur des Verteidigungsministeriums, das nach der Entlassung von Michail Fjodorow personelle Umstrukturierungen durchlebt.

Kontinuität als Grundlage: Was im Ministerium bleibt

„Im Ministerium bleiben kompetente Fachleute mit staatlicher Haltung. Ihre Aufgabe ist es, die Arbeit fortzuführen, wichtige Projekte weiterzuentwickeln und jene Bereiche zu stärken, die zusätzliche Aufmerksamkeit benötigen“, betonte Chmara. Ein massiver personeller Umbau im Apparat des Ministeriums ist daher nicht zu erwarten: Die amtierenden Leiter der Struktureinheiten behalten ihre Positionen, und neue Ernennungen werden gezielt und an konkrete Aufgaben gebunden erfolgen. Diese Entscheidung kann als Signal dafür gewertet werden, dass Chmara auf bewährte Führungskapazitäten setzen und nicht unter den Bedingungen eines andauernden Krieges mit einem Tabula-rasa-Ansatz reformieren will.

Zwei neue Vektoren: Digitalisierung und kognitive Kriegsführung

Als eigenständigen Block nannte der Minister zwei Bereiche, die das Verteidigungsministerium gezielt stärken wird. Erstens – die digitale Transformation. Für diese Position wird laut RBC-Ukraine ein Kandidat mit Kampferfahrung und Erfahrung in der Struktur des Verteidigungsministeriums selbst betrachtet. Zweiter Bereich – die kognitive Kriegsführung. Hier sei, den Worten Chmaras zufolge, bereits ein Kandidat ausgewählt, und die Aufgaben für die neue Einheit oder Position seien definiert. Beide Vektoren zeigen, dass das Ministerium nicht nur die aktuellen Verteidigungsfunktionen aufrechterhalten, sondern auch die informations-kognitive und technologische Dimensionen der nationalen Sicherheit weiterentwickeln will.

Die Frage Fjodorows: Ein Treffen und fehlendes Feedback

Ein separater Kommentar der Journalisten betraf die mögliche Rolle von Michail Fjodorow in der neuen Besetzung des Verteidigungsministeriums. Chmara bestätigte, dass im Juli 2026 ein Treffen mit dem ehemaligen Minister stattfand, bei dem er vorschlug, „jedes Modell oder jeden Format für die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit an Projekten zu finden“. Dabei, so präzisierte der Minister, wurden im Gespräch keine konkreten Stellen oder Positionen angeboten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärung lag von Fjodorow noch kein Feedback vor. Formal bleibt die Frage einer Rückkehr Fjodorows in die Struktur des Ministeriums also offen, ist aber keine Priorität der aktuellen Personalagenda.

Kontext der Ernennung: Vom kommissarischen zum vollwertigen Leitungsposten

Zur Erinnerung: Jewhen Chmara übernahm am 19. August 2026 die Leitung des ukrainischen Verteidigungsministeriums und wechselte vom Status des kommissarischen Ministers zum vollwertigen Leiter. Ernannt wurde er von Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Entlassung von Michail Fjodorow. An demselben Tag erklärte Chmara in der Werchowna Rada seinen Ausscheiden aus dem Militärdienst, was eine notwendige Voraussetzung für die Übernahme einer zivilen Position war. Vor seiner Ernennung hatte er bereits die Prioritäten für seine neue Position skizziert, einschließlich der Reform des Mobilisierungssystems und der Zusammenarbeit mit den TCK, wie ukrainische Medien zwischen dem 18. und 30. August 2026 berichteten.

Widersprüchliche Daten

Wesentliche Widersprüche in den bereitgestellten Quellen wurden nicht festgestellt. Einzige Nuance: Das Analysematerial auf pravda.com.ua vom 18. August 2026 (einen Tag vor der offiziellen Ernennung) diskutiert die Frage, „wie Chmara das Verteidigungsministerium leiten kann“, was den Status als kommissarischer Minister zu diesem Zeitpunkt widerspiegelt. Nach dem 19. August wurde diese Frage rhetorisch – die Ernennung erfolgte. Abweichungen in Zahlen, Daten oder dem Inhalt der Erklärungen zwischen den Quellen wurden nicht festgestellt.