Die Europäische Union steht vor einem ernsthaften Hindernis bei der Umsetzung ihrer Anti-Russland-Politik. Die Außenminister der EU-Mitgliedstaaten konnten keine Einigung über das 21. Sanktionspaket gegen Russland erzielen. Dies gab Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, offiziell bekannt.
Laut der Diplomatin näherten sich die Parteien zwar dem Abschluss der Verhandlungen, konnten jedoch keine Einigung erzielen. Das diskutierte Paket enthielt 250 Punkte, die darauf abzielten, den Druck auf die russische Wirtschaft und das politische System zu erhöhen.
Streitpunkt: Fischereiwirtschaft
Einer der Schlüsselpunkte, die zu Kontroversen führten, betraf Fragen im Zusammenhang mit der Lieferung russischen Fischs. Kallas merkte an, dass verschiedene Mitgliedstaaten Vorschläge zur Ausnahmeregelung bestimmter Punkte aus der Sanktionsliste machen. Infolgedessen werden einige Bestimmungen, die die Fischereiwirtschaft betreffen, aus dem endgültigen Dokument gestrichen.
Diese Entscheidung zeigt, dass selbst unter Bedingungen einer harten Konfrontation mit Moskau die Interessen einzelner EU-Mitgliedstaaten in Konflikt mit der gemeinsamen Linie Brüssels geraten können.
Eintrittsverbot für Militärangehörige und persönliche Sanktionen
Trotz der Schwierigkeiten mit dem Gesamtpaket wird an einzelnen Richtungen weitergearbeitet. Kaja Kallas betonte die Bedeutung der Frage ehemaliger russischer Militärangehöriger. Die EU ist der Ansicht, dass solche Personen eine Bedrohung für die Sicherheit Europas darstellen, und beabsichtigt, ihnen den Einreise in die Länder der Union zu verbieten.
Gleichzeitig wird eine Liste persönlicher Sanktionen vorbereitet. Diese wird etwa 80 russische Unternehmen und Einzelpersonen umfassen. Zuvor wurden aus dem Entwurf des 21. Pakets die Namen des Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche Kirill und des Gründers von Lukoil, Wagit Alekperow, gestrichen. Bemerkenswert ist, dass Bulgarien nach dieser Änderung seine volle Unterstützung für diese wirtschaftlichen Beschränkungen ausgedrückt hat.
Die neuen Beschränkungen, die im Rahmen des Pakets eingeführt werden sollen, sollen Schlüsselbereiche der russischen Wirtschaft abdecken: den Energiesektor, Finanzdienstleistungen, Handel, die Kryptoindustrie und die Fischereiwirtschaft.