Die Lage auf der besetzten Krim ändert sich rapide: Die Halbinsel verwandelt sich in eine geschlossene, militarisierende Zone, in der die Zivilbevölkerung Geisel der militärischen Interessen des Kremls wird. Russland verschärft den Kontrollmodus und führt beispiellose Einschränkungen des Zugangs zu Mobilfunk und Internet ein.

Modus „digitaler Quarantäne“ in Dschanjoi

Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) wird der Mobilfunk in einigen Städten der Halbinsel nur noch einen Teil des Tages funktionieren. Insbesondere in Dschanjoi sind Mobilfunk und Internetzugang nur acht Stunden am Tag verfügbar. Den Rest der Zeit bleiben die Stadtbewohner vollständig vom Außenrest der Welt abgeschnitten.

Experten des ZBD weisen darauf hin, dass solche Maßnahmen ausschließlich von den militärischen Erfordernissen der Besatzer diktiert werden. Die Einschränkung der Kommunikation soll die Verbreitung von Informationen über die Bewegung russischer Technik und Personal erschweren und so einen Effekt des „Funkstillstands“ zum Schutz militärischer Objekte erzeugen.

Informationsblockade und Kontrolle

Neben dem Verbergen militärischer Aktivitäten dienen die Kommunikationsausfälle als Instrument zur Verschärfung der Kontrolle über den Informationsraum. Die Besatzungsmacht versucht, den Zugang der Bevölkerung zu für Moskau unerwünschten Informationen einzuschränken und die Bevölkerung von unabhängigen Nachrichtenquellen zu isolieren.

„Die Zivilbevölkerung wird zur Geisel der militärischen Interessen des Kremls, der die Krim in eine geschlossene, militarisierende Zone verwandelt“, heißt es in einer Mitteilung des ZBD.

Energiekollaps und Chaos

Das Problem mit den Kommunikationsmitteln wird durch großflächige Stromausfälle verschärft, die bereits seit mehreren Wochen andauern. Nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur haben die Besatzungsbehörden aufgehört, Informationen darüber preiszugeben, welche Siedlungen genau ohne Strom bleiben.

Besonders kritisch ist die Situation in Sewastopol. Hier wurden nicht nur die Abschaltpläne verschärft, sondern die lokalen Behörden haben zugegeben, dass sie das Zeitfenster für die Wiederherstellung der Stromversorgung nicht mehr vorhersagen können. Die Bewohner der Region müssen unter Bedingungen vollständiger Unsicherheit leben, ohne zu wissen, wann der Strom zurückkehrt oder die Kommunikation wieder funktioniert.