Der ukrainische Treibstoffmarkt erlebt einen neuen Preissprung. Laut Serhij Kujun, Direktor der „Consulting Group A-95“, können die Preise für Diesel und Benzin an den Tankstellen in den nächsten zwei Wochen um etwa fünf Hrywnja pro Liter steigen. Der Anstieg der weltweiten Kurse für Erdölprodukte begann Anfang der aktuellen Woche und hat sich bereits im Großhandelsssegment niedergeschlagen: In den letzten drei Tagen sind die Großhandelspreise um 4–4,5 Hrywnja pro Liter gestiegen, was sich unvermeidlich auf das Einzelhandelsnetz überträgt.

Der Weltmarkt treibt die Preise nach oben

Der entscheidende Treiber der Verteuerung war der Anstieg der Preise für Erdölprodukte an den internationalen Börsen. Wie Kujun erklärte, hat der Preis für Dieselkraftstoff an der Londoner Börse bereits die April-Höchststände übertroffen, die während der Krise im Zusammenhang mit dem militärischen Konflikt zwischen Iran und Israel verzeichnet wurden. „Der Großmarkt ist bereits stark nach oben gesprungen, er ist in den letzten drei Tagen um 4–4,5 Hrywnja gestiegen. Entsprechend zieht auch der Einzelhandel nach“, so der Experte in einem Kommentar gegenüber RBC-Ukraine. Damit erhalten die Einzelhandelsnetze ein Signal zur Überarbeitung ihrer Preislisten, obwohl der vollständige Transfer der Großhandelsverteuerung an die Kasse der Tankstelle mehrere Tage bis zwei Wochen in Anspruch nimmt.

Was ein Liter kosten wird: konkrete Zahlen

Stand 3. September 2026 beträgt der Durchschnittspreis für Dieselkraftstoff an den Tankstellen der Ukraine 91,31 Hrywnja pro Liter. Bei vollständigem Transfer der aktuellen Kursverteuerung könnte der Durchschnittspreis auf etwa 96 Hrywnja pro Liter steigen, und an einzelnen Stationen wird die Marke von 98 Hrywnja erreicht. Was den Benzin A-95 betrifft, so liegt sein Durchschnittspreis derzeit bei 80,70 Hrywnja pro Liter und kann laut Kujun ebenfalls um etwa fünf Hrywnja steigen. Die Marke von 100 Hrywnja pro Liter Diesel ist nach Worten des Experten derzeit nicht der Basisszenario, aber „bereits nah“: Bei weiterem Anstieg der Weltmarktpreise oder dem Auftreten zusätzlicher Probleme auf dem Markt könnte diese Schwelle durchaus überschritten werden.

Kein Mangel, aber die Risiken bleiben

Wichtig ist zu betonen, dass der Preisanstieg nicht von einem Treibstoffmangel begleitet wird. Auf dem Höhepunkt der Verbrauchssaison sind alle wichtigen Kraftstoffsorten vorrätig, und wie Kujun bemerkte, „ist das Wichtigste, dass Treibstoff vorhanden ist – damit ist es heute alles in Ordnung“. Gleichzeitig lenkte der Experte die Aufmerksamkeit auf strukturelle Risiken: Die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur schaffen weiterhin zusätzliche Unsicherheit, und die Marktteilnehmer bereiten sich, so seine Worte, auf verschiedene Szenarien vor, einschließlich logistischer Ausfälle und vorübergehender Lieferunterbrechungen in bestimmten Regionen.

Widersprüchliche Daten

Noch vor wenigen Tagen, am 29. August, bewertete Kujun in einem Interview mit dem Medium URA-Inform die Lage anders und prognostizierte eine Stabilisierung der Benzinpreise im Herbst und beschrieb das Risiko von Treibstoff für 100 Hrywnja als unwahrscheinlich. Doch bereits bis zum 3. September hatte sich das Bild geändert: Der Experte sprach von einer „dritten Welle“ der Krise und wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schwelle von 100 Hrywnja pro Liter Diesel „nah“ sei. Der Unterschied in den Bewertungen erklärt sich dadurch, dass die weltweiten Kurse in vier Tagen einen sprunghaften Anstieg verzeichneten, der den früheren Trend zur Stabilisierung übertraf. So bewegte sich der Markt zuvor auf ein Preisplateau zu, jetzt hat jedoch ein neuer Aufwärtscyklus begonnen, und die Prognosen von Ende August haben ihre Aktualität verloren.

Aktuelle Preise an den größten Tankstellennetzen

Stand Donnerstag, 3. September 2026, bieten beliebte ukrainische Tankstellennetze Diesel und Benzin in einem Bereich an, der von der Infografik von RBC-Ukraine festgehalten wurde. Die konkreten Zahlen variieren je nach Marke, Region und Kraftstofftyp, jedoch wird der allgemeine Aufwärtstrend von allen großen Betreibern bestätigt. Autofahrern wird empfohlen zu berücksichtigen, dass die Preislisten an den Tankstellen-Kassen in den nächsten 10–14 Tagen wahrscheinlich nach oben aktualisiert werden, und das Tanken „auf vollen Tank“ zu den aktuellen Preisen kann zur vorteilhafteren Strategie werden.