Laut den am 9. September 2026 veröffentlichten Daten der Staatlichen Statistikdienstes beschleunigte sich die Kraftstoffinflation in der Ukraine im August auf 38,7 % im Jahresvergleich. Dieser Wert war einer der Hauptfaktoren, aufgrund derer die Gesamtinflation im Land im August auf 8,1 % in Jahresbetrachtung stieg – leicht über der Prognose der Nationalbank. Die NBU erklärte, dass der Hauptimpuls für die Kraftstoffpreise durch den plötzlichen Anstieg der Benzin- und Dieselpreise Ende Juli vor dem Hintergrund des Sprungs der Weltölpreise sowie durch den vorübergehenden Dieselengpass Anfang August gegeben wurde.
Preisentwicklung für Benzin, Diesel und Gas im August
Im August 2026 verteuerte sich Benzin weiter und behielt den aufwärts gerichteten Trend, der Ende Juli begonnen hatte. Die Lage bei Dieselkraftstoff war komplizierter: In der ersten Monatshälfte stieg der Preis aufgrund eines Angebotsmangels auf dem Binnenmarkt. In der zweiten Augusthälfte begann Diesel jedoch zu fallen und stabilisierte sich schließlich. Die Nationalbank führt dies auf die Zunahme der Dieselmengen beim Import zurück, die es ermöglichte, die Lücke im Angebot zu schließen. Eine ähnliche Stabilisierung wurde auch auf dem Autogasmarkt beobachtet: Anfang August stabilisierten sich die Gaspreise dank des Zustroms günstigerer Importressourcen.
Die übrigen Inflationskomponenten: Lebensmittel und Dienstleistungen
Auf dem Hintergrund der starken Verteuerung der Kraftstoffe zeigten die anderen Bestandteile der Verbraucherinflation eine eher moderate Dynamik. Die Preiserhöhung für frische Lebensmittel verlangsamte sich im August auf 1 % im Jahresvergleich – auch dank der neuen Gemüsernte. Fleisch und Tomaten wurden hingegen aufgrund des ausreichenden Angebots auf dem Markt billiger. Die Kerninflation, die volatile Kategorien ausschließt, blieb auf dem Niveau von 8,1 %. Die Tempo der Verteuerung der Dienstleistungen verlangsamte sich hingegen auf 13,4 % im Jahresvergleich, was auf eine gewisse Abkühlung des Preisdrucks im Dienstleistungssektor hindeutet.
Auswirkungen der militärischen Aggression auf die Preisprozesse
Die NBU betont, dass der Preisdruck in der Ukraine vor allem aufgrund der Folgen der russischen militärischen Aggression erhöht bleibt. Angriffe auf die logistische, produzierende und energetische Infrastruktur erhöhen die Betriebskosten der Unternehmen und beschränken das Binnenangebot an Waren und Dienstleistungen. Dies schafft einen strukturellen Inflationsfaktor, der nicht vollständig durch monetäre Instrumente neutralisiert werden kann. Daher bleiben nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde die Preisrisiken auch in Zukunft bestehen.
Aktuelle Tankstellenpreise vom 10. September 2026
Stand 10. September 2026 bleiben die Kraftstoffpreise an den ukrainischen Tankstellen auf hohem Niveau. Bei OKKO kostet Benzin A-95 Euro 86,90 UAH/l, Pulls 95 – 89,90 UAH/l, Diesel Euro – 96,90 UAH/l, Autogas – 44,90 UAH/l. Bei WOG wird Benzin 95 Euro zu 87,90 UAH/l, Diesel Euro-5 zu 97,90 UAH/l und Gas zu 45,50 UAH/l verkauft. Bei SOCAR kostet A-95 86,90 UAH/l, Diesel NANO – 97,90 UAH/l, Autogas – 44,90 UAH/l. Die günstigsten Preise bietet „Ukrenafta“: A-95 – 81,90 UAH/l, Diesel – 91,90 UAH/l, Autogas – 42,90 UAH/l. Die Spanne zwischen den Netzen beträgt bei Benzin etwa 5 UAH/l, bei Diesel bis zu 6 UAH/l.
NBU-Prognose: Was die Preise bis Ende 2026 erwartet
Die Nationalbank hatte zuvor gewarnt, dass der Preisdruck bis Ende 2026 anhalten könnte. Angesichts der Tatsache, dass die Weltölpreise volatil bleiben und das Binnenangebot an Kraftstoffen nach wie vor vom Import abhängt, schließt die Aufsichtsbehörde weitere Anpassungen der Tankstellenpreise nicht aus. Gleichzeitig schafft die Verlangsamung der Inflation in den Lebensmittelsegmenten und im Dienstleistungssektor einen gewissen Puffer, der es dem Gesamtindikator nicht erlaubt, über die aktuellen 8,1 % hinaus zu beschleunigen.