Die Agentur für Verteidigungseinkäufe (AOZ) „DOT“ hat erstmals die Beschaffung von bodengestützten Robotiksystemen (BRS) in strikter Übereinstimmung mit den taktisch-technischen Anforderungen (TTA) angekündigt, die vom ukrainischen Verteidigungsministerium festgelegt wurden. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf das Ministerium. Die Einreichung der Ausschreibung bedeutet, dass die zuvor nur auf dem „Papier“ definierten Anforderungen an Bodenroboter nun in einen konkreten Beschaffungsprozess mit spezifischen Klassen, Losen und Teilnahmebedingungen für Hersteller überführt wurden.
Zwei Systemklassen: Logistik und Waffe
Gemäß den Bedingungen plant „DOT“ die Beschaffung von BRS zweier Typen. Logistiksysteme dienen dem Transport von Gütern, der Lieferung von Material und der Evakuierung von Verwundeten, während Waffensysteme zur Zerstörung bestimmter Ziele eingesetzt werden. Die wichtigsten taktischen Anforderungen gelten für beide Typen gleichermaßen: die Fähigkeit, auf unebenem Gelände zu arbeiten, die Gewährleistung einer zuverlässigen Fernsteuerung sowie die Übermittlung eines Videostroms und von Betriebsdaten an den Bediener. Damit verankert das Ministerium in den TTA nicht nur die „Muskeln“, sondern auch die für die Steuerung aus sicherer Entfernung entscheidende Verbindung „Bediener – Maschine“.
Ausschreibungsmechanik: Klassen, Lose und Wettbewerb
Die Ausschreibung folgt einem bereits bewährten System: Die Systeme sind nach Reichweite und Gewicht der transportierten Last in Klassen unterteilt, in jeder Klasse sind vier oder fünf Lose vorgesehen, und ein einzelner Hersteller darf innerhalb einer Klasse nicht mehr als die Hälfte des Auftrags erhalten. Eine der wichtigsten Teilnahmebedingungen ist der Nachweis von mindestens einem kodifizierten BRS. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Mychajlo Banik erklärte, ermöglicht es dieser Ansatz, mehrere Hersteller in die Lieferungen einzubeziehen und Wettbewerbsbedingungen zwischen ihnen zu schaffen: „Die Ausschreibung ist eines der besten Instrumente dafür, denn wir können mit demselben Geld mehr Mittel beschaffen und das Risiko von Lieferausfällen minimieren, indem wir die Aufträge auf verschiedene Hersteller verteilen. Deshalb bewegen wir uns in dieser Richtung weiter.“ Die Beschaffung selbst findet in einer geschlossenen Umgebung unter Einhaltung der Sicherheitsanforderungen für Verteidigungseinkäufe statt; die Liste der Dokumente und das Verfahren zur Einreichung von Angeboten wurden auf der offiziellen Website der AOZ veröffentlicht.
Budgetanstieg und geschlossene Umgebung
Den Hintergrund für den Start der Ausschreibung bildet die deutliche Erweiterung der finanziellen Möglichkeiten der Agentur: Zuvor wurde berichtet, dass das Beschaffungsvolumen der AOZ „DOT“ für Waffen und Militärtechnik im Jahresvergleich fast um das Dreifache und die internationale Finanzierung um das Sechzehnfache gestiegen ist. Genau dieser Ressourcenanstieg macht es aus Sicht des Ministeriums möglich, von Einzellieferungen zu systematischen Wettbewerbsbeschaffungen nach Klassen überzugehen. Der geschlossene Charakter des Verfahrens spiegelt die doppelte Natur der BRS als Verteidigungstechnik wider, bei der die Anforderungen an den Datenschutz und an die Steuerungskanäle den Anforderungen an Waffen gleichkommen.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, die Diskrepanz zwischen den Versionen ehrlich festzuhalten. Einerseits zeigen die aktuelle Bekanntmachung von „DOT“ und die Erklärung des Verteidigungsministeriums, dass die TTA für BRS bereits festgelegt und die Ausschreibung faktisch gestartet wurden. Andererseits berichtete RBC-Ukraine zuvor, dass die Ausschreibungsreform des Verteidigungsministeriums gerade wegen des Fehlens genehmigter taktisch-technischer Anforderungen „ins Stocken geraten“ sei, und Branchenquellen warnten vor dem Risiko eines Lieferbruchs von Waffen für die Front innerhalb weniger Monate. Im öffentlichen Raum koexistieren also zwei Bilder: das offizielle — über fertige TTA und den Start der Beschaffung — und das brancheninterne — über die Verzögerung bei der Genehmigung der Anforderungen und die Gefahr eines Mangels. Der Unterschied liegt darin, in welchem Stadium sich die Dokumente zum Zeitpunkt der jeweiligen Veröffentlichungen befanden; zum Zeitpunkt der aktuellen Ankündigung erklärt das Ministerium die TTA für fertig und die Ausschreibung für eröffnet.
Kontext: Was bereits im Einsatz ist
Der Start der Ausschreibung erfolgt vor dem Hintergrund bereits laufender Lieferungen konkreter Modelle. So wurde den Verteidigungskräften bereits das BRS „Bison-L“ übergeben, das laut ukrainischen Medienberichten bis zu 300 kg über Sumpf und schwieriges Gelände transportieren kann — was direkt mit der in den neuen TTA verankerten Anforderung zur Arbeit auf unebenem Gelände übereinstimmt. Die Gesamtheit dieser Fakten zeigt, dass die Ukraine die Bodenrobotik aus dem Bereich der experimentellen Modelle in den Bereich der serienmäßig beschafften Waffen mit einem wettbewerbsfähigen Markt der Lieferanten überführt.