Im Norden der Halbinsel, die von russischen Besatzungsbehörden kontrolliert wird, wird ein beispielloser Restriktionsmodus eingeführt. In Dschanкой und den umliegenden Gebieten funktionieren Mobilfunk und Internet nun streng nach einem Zeitplan, und die Wasserversorgung wurde auf wenige Stunden pro Tag reduziert. Die offizielle Anordnung dazu wurde vom vom Kreml ernannten „Ministerium für Innenpolitik' der Krim veröffentlicht.
Modus „digitale Isolation'
Der Mobilfunkverkehr in der Region funktioniert nur 8 Stunden am Tag: von 8:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 18:00 Uhr. Zu allen anderen Zeiten, einschließlich der gesamten Nacht, bleiben die Bewohner in vollständiger digitaler Isolation. Die Dauer dieser Einschränkungen wird nicht spezifiziert, was eine Atmosphäre der Unsicherheit und Angst unter der Bevölkerung erzeugt.
Die Besatzungsverwaltung ruft die Bewohner auf, den neuen Modus bei der Planung von Anrufen und der Nutzung des mobilen Internets zu berücksichtigen. Experten und Militäranalysten weisen jedoch auf die wahren Gründe für diese Maßnahmen hin. Dschanкой ist ein wichtiger Eisenbahn- und Straßenverkehrsknotenpunkt für die Versorgung der südlichen russischen Truppengruppe. Ständige Angriffe ukrainischer Drohnen und ATACMS-Raketen auf den Militärflugplatz und Logistikbasen haben die Besatzer zu radikalen Schritten gezwungen.
Die zeitlich begrenzte Einschränkung der Kommunikation verfolgt zwei Ziele: Erstens soll einheimischen Bewohnern und pro-ukrainischen Partisanen (die Bewegung „Atesh') die Möglichkeit genommen werden, den ukrainischen Verteidigungskräften operative Informationen über die Bewegung von Technik und die Positionen der Flugabwehr zu übermitteln. Zweitens schalten die russischen Streitkräfte in den Phasen der „Stille' stationäre elektronische Kampfsysteme (RÉB) auf volle Leistung, die zivile Frequenzen unterdrücken, um militärische Objekte vor der Führung von Drohnen zu schützen.
Kommunale Krise: Wasser und Strom nach Zeitplan
Die digitale Blockade hat sich auf eine tiefe Infrastrukturkrise gelegt. Aufgrund systematischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Süden Russlands und Probleme mit der „Energiebrücke' aus Taman leidet die Halbinsel unter einem kritischen Mangel an elektrischer Energie. In Dschanкой wird der Strom mit erheblichen Unterbrechungen geliefert, was sich direkt auf die Arbeit der Wasserversorger auswirkt.
Pumpstationen können ohne stabile Spannung nicht kontinuierlich arbeiten, daher haben die Behörden einen strengen Zeitplan für die Wasserversorgung eingeführt. Die Bewohner erhalten Wasser nur 6 Stunden am Tag: morgens von 6:00 bis 9:00 und abends von 18:00 bis 21:00 Uhr. Zu allen anderen Zeiten bleiben die Hähne trocken.
Panik und Alltagsprobleme
Lokale Publikationen berichten über Panik in den Geschäften. Die Bevölkerung kauft massenhaft Kerzen, Generatoren und abgefülltes Wasser vor. Die Situation wird durch die Unmöglichkeit verschärft, in den Stunden des Kommunikationsausfalls Notdienste zu rufen, was die Sicherheit der Bürger im Falle von Unfällen oder Notfällen gefährdet. Die Stadt wurde faktisch auf einen strengen Zeitplan der Lebenserhaltung umgestellt, der an Bedingungen in Kriegszeiten erinnert.