Gerichtsverhandlung zum Fall des Mordes an Zivilisten in der Oblast Kiew
In der Gerichtsverhandlung wurde erstmals die Position von Stanislaw Lutschanow, des ehemaligen Kommandeurs der 155. separaten mechanisierten Brigade, zum hochkarätigen Fall der Entführung und Ermordung zweier Brüder dargelegt. Auf die direkte Frage, ob er seine Schuld eingestehe, antwortete der ehemalige Brigadegeneral kategorisch: „Nein, ich gebe sie nicht zu“. Lutschanow betonte zudem seine Nichtübereinstimmung mit den erhobenen Anschuldigungen.
Auf Fragen von Journalisten erklärte er, dass er die Brüder, deren Leichen später auf dem Gelände der Militäreinheit gefunden wurden, nie gesehen habe. Laut Lutschanow sollten die Details des Geschehens von der Ermittlung geklärt werden. Er begründete seine Unschuld auch damit, dass er zum Zeitpunkt des Vorfalls im Urlaub war und physisch keine Befehle an seine Untergebenen erteilen konnte.
Chronologie der Ereignisse und Ermittlungen
Der Fall erregte große öffentliche Aufmerksamkeit, nachdem die Tragödie in der Oblast Kiew bekannt wurde. Laut Ermittlungsbehörden drang in der Nacht zum 28. Juni eine Gruppe von sieben Männern in einen Hof ein, in dem sich zwei Brüder befanden, und verschleppte sie gewaltsam in unbekannte Richtung.
Im Rahmen operativer Ermittlungsmaßnahmen verhafteten die Strafverfolgungsbehörden neun Soldaten der 155. separaten mechanisierten Brigade, die des Verdachts bezichtigt wurden, an der Entführung von Zivilisten beteiligt zu sein. Unter den Festgenommenen befand sich auch der Kommandeur eines der Bataillone. Alle beschuldigten Militärangehörigen wurden von ihren dienstlichen Aufgaben suspendiert.
Die Situation um das Kommando der Brigade spitzte sich am 11. Juli zu, als bekannt wurde, dass Stanislaw Lutschanow seinen Dienstort unbefugt verlassen hatte. Bereits am 13. Juli wurde er in Kiew festgenommen. Anschließend wurde der ehemalige Kommandeur von seinem Amt entfernt.