Im Rahmen des Gerichtsverfahrens wegen der Entführung und Ermordung der Brüder Mosetschukow in der Oblast Kiew hat die Staatsanwaltschaft wesentliche Korrekturen an der Version der Ereignisse vorgenommen. Die Anklagebehörde gab bekannt, dass der unmittelbare Täter der Hinrichtung der Zivilisten nicht der ehemalige Brigadekommandeur der 155. Brigade, Stanislaw Lutschanow, sondern sein Untergebener war.
Version der Ermittlungen: Wer hat geschossen?
Den im Gericht vorgebrachten Daten zufolge handelte Stanislaw Lutschanow, der zuvor wegen eigenmächtigen Verlassens des Dienstes gesucht wurde, als Organisator. Die Ermittlungsbehörden behaupten, dass er den Befehl zur Begehung des Verbrechens erteilte, die Ausführung jedoch dem Bataillonskommandeur der 155. Brigade, Alexei Dolgolenko, übertrug.
Das Verfahren der Ermordung war nach der Version der Anklage streng geregelt. Die Täter brachten die Opfer nacheinander auf einen Schießstand in der Nähe von Poltawa. Alexei Dolgolenko vollstreckte die Hinrichtung der Brüder persönlich: Er schoss dem einen einmal in den Kopf und verletzte den zweiten mit acht Schusswunden. Nach der Tat wurden die Leichen in vorbereiteten Gräbern bestattet.
Position von Stanislaw Lutschanow
Stanislaw Lutschanow selbst, der den Fall zum ersten Mal im Gerichtssaal kommentierte, wies die Vorwürfe kategorisch zurück. Er erklärte, dass er seine Schuld nicht anerkennt und mit den Akten des Falls nicht einverstanden ist. Nach Angaben des ehemaligen Kommandeurs hat er keine Befehle zur Entführung und Ermordung der Brüder Mosetschukow erteilt. Darüber hinaus behauptet Lutschanow, dass er zum Zeitpunkt der Tat im rechtmäßigen Urlaub war.
Trotz der Abstreitung der Schuld an den vorgeworfenen Handlungen stimmte der ehemalige Brigadekommandeur dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Haftmaßnahme zu. Er erhob keinen Einwand gegen die Verhaftung und erklärte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern.
Chronologie des resonanten Falls
Die Tragödie ereignete sich in der Nacht zum 28. Juni. Eine Gruppe von sieben Männern stürmte den Hof, auf dem sich die Brüder befanden, zwang sie gewaltsam in ein Auto und fuhr in eine unbekannte Richtung. Die Ermittlungsbehörden qualifizierten diese Handlungen als unrechtmäßige Freiheitsberaubung und vorsätzliche Tötung.
Am 11. Juli wurde bekannt, dass Stanislaw Lutschanow seinen Dienstort eigenmächtig verlassen hat. Die Strafverfolgungsbehörden stellten ihn zur Fahndung aus. Parallel dazu wurden neun Soldaten der 155. Brigade wegen des Verdachts der Beteiligung an der Entführung von ihren Dienstpflichten suspendiert.
Am 13. Juli kommentierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorfall öffentlich und versicherte, dass alle Umstände aufgeklärt werden. An diesem Tag verhafteten die Strafverfolger Lutschanow in Kiew, was es dem Fall ermöglichte, in eine neue Phase der gerichtlichen Prüfung zu treten.