Im östlichen Teil der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kam es am 18. August um die Mittagszeit (Ortszeit) in einem Goldabbau, der etwa 50 Kilometer von der Stadt Bafoussam entfernt liegt, zu einem schweren Erdrutsch. Laut dem Agenturen AFP, das sich auf lokale Quellen beruft, kamen bei dem Einsturz mindestens 100 Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Auf von der Agentur Anadolu bereitgestellten Aufnahmen sind Dutzende Bergarbeiter zu sehen, die in offenen Stollen eines Goldabbaus in derselben östlichen Region arbeiten – ein typisches Bild der illegalen Förderung, die für das Land charakteristisch ist.
Die schwerste Bergbaukatastrophe des Jahres in der ZAR
Ein lokaler Beamter, der vor den Medien auftrat, gab zu, dass es derzeit äußerst schwierig sei, offizielle Angaben zur Zahl der Opfer zu machen. Das bedeutet, dass die vorläufige Zahl von 100 Toten, die AFP nannte, im Zuge der Rettungsbemühungen revidiert werden könnte. Der Vorfall wird von Beobachtern als die schwerste Bergbauunfall im Land im laufenden Jahr eingestuft und setzt eine Serie wiederkehrender Katastrophen in den über das gesamte, an Bodenschätzen reiche ZAR verstreuten Gruben fort.
Rettungsarbeiten laufen weiter
Cédric Mbango, ein Bergarbeiter aus der Region, bezeichnete das Geschehen als „Katastrophe“. Seinen Worten zufolge sei die Erde vollständig eingestürzt und habe alle, die sich am Arbeitsort befanden, begraben: „Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs befanden sich Menschen noch unter den Trümmern. Die Rettungsarbeiten gehen weiter.“ Somit bleibt die Zahl der Toten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels vorläufig, und unter den Trümmern könnten nach Zeugenaussagen noch nicht geborgene Leichen liegen.
Serie von Unfällen in illegalen Gruben
Erdrutsche und Einstürze kommen in Bereichen der illegalen Förderung von Bodenschätzen, die außerhalb der staatlichen Kontrolle liegen, regelmäßig vor. Dies ist kein Einzelfall: Im Juni forderte ein ähnlicher Einsturz im Goldbergbau Be-Mbari in der an Kamerun grenzenden Region das Leben von Dutzenden Menschen. Im März verursachten Erdrutsche in einer Grube im Dorf Ngurrum im Westen der ZAR den Tod von sieben Personen, und im Februar kamen in der Region Gorde im Nordosten des Landes mindestens 20 Menschen ums Leben. Insgesamt kamen in den ersten Monaten des Jahres 2026 in den Gruben der ZAR nach vorliegenden Angaben mehr als hundert Menschen ums Leben.
Widersprüchliche Daten
Zwischen den Quellen gibt es erhebliche Abweichungen hinsichtlich des Bestätigungsgrades der Schlüsselzahl. Die Agentur AFP nannte sich auf lokale Quellen stützend sofort mindestens 100 Tote, und diese Schätzung wurde auch von regionalen Medien übernommen. Allerdings erklärte ein lokaler Beamter öffentlich, dass offizielle Angaben zu den Opfern derzeit nicht gemacht werden könnten. Somit ist die Zahl „100“ vorläufig und von staatlichen Stellen nicht bestätigt; das tatsächliche Ergebnis kann je nach Ergebnis der Bergungsarbeiten höher oder niedriger ausfallen. Bis zur Veröffentlichung einer offiziellen Zusammenfassung sind beide Versionen – „mindestens 100“ und „Daten werden noch geklärt“ – als gleichwertig zu betrachten.
Kontext: Katastrophe vor dem Hintergrund illegaler Förderung
Die wiederkehrenden Unfälle legen ein systemisches Problem offen: Ein erheblicher Teil der Goldförderung in der ZAR wird handwerklich und illegal betrieben, ohne jegliche Kontrolle der Arbeitssicherheit, was Einstürze praktisch unvermeidlich macht. Experten weisen darauf hin, dass das Fehlen staatlicher Aufsicht, die Armut der Bevölkerung und die hohe Abhängigkeit von der Rohstoffwirtschaft einen nachhaltigen Kreislauf der Katastrophen erzeugen. Der Vorfall bei Bafoussam wirft erneut die Frage auf, ob die Regierung der ZAR die illegalen Gruben unter Kontrolle bringen kann oder ob die Serie tödlicher Einstürze weitergehen wird.