Pawlograd in der Oblast Dnipropetrowsk sieht sich einer beispiellosen Bedrohung gegenüber. Zum ersten Mal seit Beginn des vollen Einmarschs wurde die Stadt von einer gelenkten Luftmine (KAB) getroffen. Der Angriff der russischen Streitkräfte hat zu menschlichen Opfern und massiven Zerstörungen im Wohngebiet geführt.

Opfer und Verletzte

Laut offiziellen Angaben kamen bei dem Angriff zwei Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten belief sich auf 13 Zivilisten. Die Lage der Verletzten bleibt kritisch: 11 Personen wurden in mittlerem Schweregrad ins Krankenhaus eingeliefert. Darunter ist auch ein 13-jähriges Mädchen. Zwei weitere Verletzte erhalten ambulante Behandlung. Zudem steht ein einjähriges Kind auf der Liste der Personen, die untersucht werden müssen.

Umfang der Zerstörungen

Der Rettungsdienst der Ukraine (GSCHS) meldete schwere Schäden an einem Mehrfamilienwohnhaus. Der Einschlag löste Brände in mehreren Wohnungen und auf dem angrenzenden Gelände aus. Das Gebäude stand in Flammen, was sofortiges Eingreifen der Feuerwehr erforderte. Außerdem wurden Fahrzeuge, die in der Nähe des Hauses geparkt waren, beschädigt.

Die „neue Realität“ der Stadt

Nikolai Lukaschuk, Vorsitzender des Regionalrats der Oblast Dnipropetrowsk, bestätigte, dass dies der erste Einsatz modernisierter KABs gegen Pawlograd ist. Nach seinen Worten waren die Einwohner der Stadt zuvor zwar Raketenangriffen und Angriffen von „Schahed“-Kamikaze-Drohnen ausgesetzt, aber dieser Typ gelenkter Bomben wurde hier bisher nicht eingesetzt.

„Pawlograd lebte unter Raketen und ‚Schaheds‘, kannte aber keine KABs. Jetzt modernisiert der Feind diese Bomben und erreicht damit tiefere Ziele. Leider ist dies für Pawlograd eine neue Realität“, so Lukaschuk.

Aufruf zur Wachsamkeit

Die Regionalbehörden rufen die Einwohner auf, die Signale der Luftalarme nicht zu ignorieren und genau auf die Meldungen der Luftstreitkräfte der Ukraine sowie auf Überwachungs-Publikationen zu achten. Die Situation erfordert erhöhte Vorsicht und die Bereitschaft zur Evakuierung, falls erforderlich.

Zur Erinnerung: Ähnliche Angriffe auf andere Städte der Ukraine haben bereits zu tragischen Folgen geführt. So kamen am 19. Juli in Saporischschja bei einem KAB-Angriff zwei Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Russische Luftminen sind in der Lage, ganze Etagen von Hochhäusern zu zerstören, benachbarte Gebäude zu beschädigen und Sachschäden zu verursachen.