Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union konnten erneut keine einheitliche Entscheidung zur Verlängerung des Sanktionsregimes gegen Russland treffen. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf den Journalisten von Radio Swoboda, Rikard Jozwiak, berichtet, der dies in den sozialen Medien auf X veröffentlichte, haben die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten ein weiteres Treffen für Montag, den 14. September, angesetzt. Dieses Datum ist kritisch: Es fällt nur einen Tag vor Ablauf der Frist, die am 15. September endet. Damit bleibt den Diplomaten faktisch kein Zeitpuffer mehr, und jede weitere Verzögerung droht, die rechtzeitige Verlängerung der Beschränkungen automatisch scheitern zu lassen.

Wer wen aus der Sanktionsliste streichen will

Der Hauptstreitpunkt sind laut vorliegenden Informationen die Forderungen einzelner Staaten, die persönlichen Beschränkungen gegenüber russischen Geschäftsleuten zu lockern. Die Slowakei besteht auf der Streichung der Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman aus der Sanktionsliste. Frankreich forderte seinerseits die Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow und seine vollständige Entfernung von der „Schwarzen Liste“ der EU. Gerade diese Differenzen in den Positionen der beiden Hauptstädte verhinderten, dass die Botschafter einen Konsens erzielen konnten, der für Entscheidungen in diesem Bereich eine zwingende Voraussetzung ist. Vor diesem Hintergrund wird parallel diskutiert, für welchen Zeitraum die Maßnahmen festgeschrieben werden sollen; Berichten zufolge blockierte die Slowakei den Plan, die Sanktionen auf 12 Monate festzulegen.

Neues Sanktionspaket wird parallel vorbereitet

Trotz der Sackgasse um die persönlichen Listen bereitet Brüssel ein neues Sanktionspaket vor, das sich gegen Bürger Russlands und die sogenannte „Schattenflotte“ richtet. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören zusätzliche strenge Anforderungen an die Bewegung von Diplomaten sowie eine strengere Kontrolle der Reisen russischer Bürger auf dem Gebiet der EU-Mitgliedstaaten. Das bedeutet, dass der allgemeine Sanktionskurs auch dann nicht stoppt, wenn der Streit über konkrete Namen in letzter Minute beigelegt wird, sondern durch neue Druckinstrumente ergänzt wird.

USA bereiten „Höllensanktionen“ vor

Der Druck auf Russland steigt auch von der amerikanischen Seite. Das US-Repräsentantenhaus plant, den Gesetzentwurf über die sogenannten „Höllensanktionen“ bereits nächste Woche zu beraten. Es wird erwartet, dass das Dokument mit einer einfachen Mehrheit der Stimmen verabschiedet werden kann, was seine Verabschiedung wesentlich wahrscheinlicher macht als Maßnahmen, die eine qualifizierte Mehrheit erfordern. Die Gesamtheit der europäischen und amerikanischen Initiativen bildet eine mehrstufige Sanktionsfront, innerhalb derer jedoch aufgrund der nationalen Interessen einzelner EU-Mitglieder deutliche Risse bestehen bleiben.

Widersprüchliche Angaben

In Veröffentlichungen verschiedener Medien verschiebt sich der Schwerpunkt auf die Gründe für das Scheitern deutlich. RBC-Ukraine und damit verbundene Materialien betonen die Rolle der „zwei Länder“ – der Slowakei und Frankreichs – als Quelle der Differenzen unter Verweis auf den Tweet des Journalisten auf X. Medien, die sich auf Politico berufen (auch über 1prime.ru und nv.ua), legen den Hauptakzent ausschließlich auf die Slowakei als das Land, das die 12-monatige Verlängerung blockiert, und heben die französische Position nicht in gleichem Umfang hervor. Außerdem stützt sich die zentrale Tatsache über die Verschiebung des Treffens auf den 14. September auf die Aussage eines Journalisten in den sozialen Medien und nicht auf ein offizielles Communiqué des EU-Rats, was Raum für Präzisierungen lässt. Beide Versionen widersprechen sich im Wesentlichen nicht, unterscheiden sich jedoch im Grad der Detaillierung und darin, wessen Position in den Vordergrund gerückt wird.