Der Präsident des Weltfußballverbandes (FIFA), Gianni Infantino, hat offiziell die Pläne zur Einbindung privater Investoren für die Durchführung von Weltmeisterschaften gestrichen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines beispiellosen Drucks seitens der weltweiten Fußballgemeinschaft, die mit einem totalen Boykott der Turniere gedroht hatte.

Ein milliardenschwerer Plan

Die Anfang der Woche vorgestellte Initiative sah die Gründung eines neuen Unternehmens, der FIFA Forward Enterprise, mit einer geschätzten Kapitalisierung von 20 Milliarden Dollar vor. Die FIFA plante den Verkauf von 20 % der Aktien dieses Unternehmens, um bis zu 4,2 Milliarden Dollar an Investitionen anzuziehen. Als potenzieller Schlüsselpartner wurde der Thrive Eternal-Fonds in Betracht gezogen, der mit der Familie von Jared Kushner in Verbindung steht.

Statt Unterstützung stieß das Projekt jedoch auf harten Widerstand. Die UEFA und alle 55 Mitgliedsstaaten der europäischen Konföderation erklärten einstimmig den Boykott aller unter der Ägide der FIFA stehenden Turniere. Mit den Europäern solidarisierten sich CONCACAF (41 Länder) und die Asienkonföderation AFC (47 Länder).

Massenprotest und Spaltung

Insgesamt sprachen sich 143 von 211 Nationalverbänden gegen das Projekt aus. Ein derart massiver Protest machte die Umsetzung der Initiative unmöglich. Selbst die Zusicherungen Infantinos, jedem Verband 40 Millionen Dollar auszuzahlen, konnten die Position der Fußballgemeinschaft nicht ändern.

„Nachdem ich alle Seiten angehört habe, wurde klar, dass das Projekt eine Spaltung verursacht hat, die nicht mehr unserem Ziel entspricht. Unsere Aufgabe ist es, zu vereinen. Daher wird dieser Vorschlag nicht umgesetzt“, erklärte Gianni Infantino.

Krise innerhalb der Führung

Die skandalöse Initiative löste auch innerhalb der FIFA-Führung eine Krise aus. Infantinos leitender Berater, Carlos Cordeiro, trat sofort zurück und nannte das Abkommen „schlecht für den Fußball“. Der operative Direktor der FIFA, Kevin Lamour, erklärte, die Mitarbeiter der Organisation seien „in die Irre geführt“ worden, um das persönliche Projekt des Präsidenten umzusetzen.

Das Scheitern der Investitionsidee hat die Position des 56-jährigen Infantinos vor den Präsidentschaftswahlen der FIFA im nächsten Jahr erheblich erschüttert. Einer seiner potenziellen Konkurrenten könnte der CONCACAF-Präsident Victor Montagliani sein.

Folgen für die Zukunft des Fußballs

Zuvor hatte der Leiter der Sportredaktion von RBK-Ukraine, Daniil Vereitin, analysiert, warum Infantinos Plan, die Weltmeisterschaft zu verkaufen, eine schlechte Idee für den Fußball ist. Nun, nach der Absage des Projekts, kann die Weltgemeinschaft erleichtert aufatmen, doch die Folgen dieses Skandals werden noch lange spürbar sein.