Im August 2026 wurde in der armenischen Stadt Hrazdan offiziell die KI-Fabrik des Unternehmens Firebird eröffnet, die von NVIDIA als das größte Rechenzentrum im GUS-Raum positioniert wird. Das Projekt, das auf der Referenzplattform NVIDIA DSX AI Factory umgesetzt wurde, ist zum Symbol des rasanten Wachstums der regionalen Infrastruktur für künstliche Intelligenz geworden. Der Bau der ersten Phase dauerte nur sechs Monate, was dank der modularen Architektur und der engen Zusammenarbeit mit führenden Technologiepartnern möglich wurde.
Technologischer Durchbruch und Infrastruktur
Die erste Phase des Komplexes DC-1 umfasst 6.144 NVIDIA B200-Beschleuniger mit einer Gesamtleistung von 15 MW. Um den unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten, stellte Schneider Electric die Energieinfrastruktur bereit, einschließlich Verteilungseinrichtungen für Mittel- und Niederspannung, dreiphasige USV-Systeme und Racksysteme. Vertiv entwickelte ein Kühlsystem, das eine Technologie mit gekühltem Wasser, fortschrittliche Steuerungssysteme und die Vertiv TrimCooler-Technologie zur effizienten Wärmeableitung kombiniert. Das System zur Steuerung des gekühlten Wassers iCOM CWM von Vertiv koordiniert die Kühlressourcen zentral in Abhängigkeit von den Arbeitslasten.
Pläne zur Skalierung und energetische Herausforderungen
Bis Ende 2027 plant Firebird die Bereitstellung von mehr als 70.000 NVIDIA Rubin- und Blackwell-GPUs – insgesamt 300 MW an Infrastrukturleistung. Der geplante Cluster DC-2 ist für 75.000 GPUs der NVIDIA VR200-Serie mit einer Gesamtleistung von 125 MW ausgelegt. Zudem plant das Unternehmen den Bau einer dritten Phase in ähnlichem Umfang. Um jedoch von 15 auf 300 MW zu skalieren, muss die Frage der Energieversorgung geklärt werden, wie das Ressource TECHi hervorhob. Dies wird angesichts der begrenzten Energieressourcen in der Region zu einer der wichtigsten Herausforderungen für das Projekt werden.
Investitionen und internationale Zusammenarbeit
Im November 2025 erhielt Firebird eine US-Exportlizenz für die Lieferung fortschrittlicher NVIDIA-Chips nach Armenien. Die Kosten für die erste Bauphase der KI-Fabrik werden auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Im Februar 2026 wurde während eines Besuchs des US-Vizepräsidenten in Armenien bekanntgegeben, dass sich die Projektkosten auf 4 Milliarden US-Dollar erhöhen werden, wobei etwa 50.000 GPUs bereitgestellt und weitere 41.000 NVIDIA GB300 lizenziert werden sollen. Einer der ersten Kunden des Rechenzentrums in Armenien wurde Perplexity, das Zugang zur KI-Infrastruktur von Firebird erhält, um seinen Antwortverarbeitungsmechanismus und seine Plattform für KI-Agenten zu unterstützen.
Widersprüchliche Daten
Es gibt Diskrepanzen bei den Schätzungen der Projektkosten und des Umfangs der bereitgestellten Ausrüstung. Laut Firebird belaufen sich die Kosten für die erste Phase auf 500 Millionen US-Dollar, jedoch wurde im Februar 2026 während des Besuchs des US-Vizepräsidenten eine Summe von 4 Milliarden US-Dollar genannt. Darüber hinaus variiert die Anzahl der geplanten GPUs zwischen 50.000 und 70.000, was Unsicherheit über den Umfang des Projekts schafft. Diese Widersprüche könnten auf verschiedene Planungsphasen oder unterschiedliche Finanzierungsquellen zurückzuführen sein.
Globale Ambitionen und Strategie von NVIDIA
Unterstützt von NVIDIA setzt das Unternehmen einen Entwicklungsplan für KI-Infrastruktur mit einer Leistung von etwa 2 GW um, der Armenien, Kasachstan und andere Märkte umfasst. Gemäß einem zyklischen Muster erwirbt NVIDIA Anteile an einem Unternehmen, das dann Chips in großem Maßstab bei NVIDIA kauft. NVIDIA hat bereits mehr als 40 Milliarden US-Dollar in Aktien von Unternehmen investiert, die sich mit KI-Technologien beschäftigen. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts für den globalen Markt für künstliche Intelligenz.