In Kiew ist vor dem Hintergrund von Meldungen über eine mögliche Verwendung von FPV-Drone in Kombination mit reaktiven „Scheheds' neue, von Fachleuten überprüfte Information aufgetaucht. Der außerplanmäßige Berater des ukrainischen Präsidenten für die Entwicklung technologischer Verteidigungsbereiche, Serhij „Flash' Beskrestnow, erklärte, dass keine Bestätigungen für die Nutzung reaktiver „Scheheds' durch die russischen Streitkräfte als Träger von FPV-Drone während der Angriffe auf die Hauptstadt gefunden wurden. Seinen Worten zufolge habe sein Team die in den Medien aktiv diskutierte Version mehrere Tage lang geprüft, jedoch keine Beweise für ein solches Einsatzschema der Drohnen finden können.

Was genau die Fachleute prüften

Wie Beskrestnow mitteilte, dauerte die Prüfung etwa drei Tage und ergab kein Ergebnis: „In drei Tagen konnten wir keinen einzigen Beweis für die Verwendung von FPV von reaktiven ‚Scheheds' in Kiew finden'. Er betonte, dass der bloße Fund von FPV-Drone in der Oblast Kiew die Version ihres Starts gerade von reaktiven Geräten nicht bestätige, und rief dazu auf, die Verbindung zwischen den beiden Drohnenarten ohne entsprechende Beweise nicht als feststehende Tatsache anzusehen.

Wie „Scheheds' mit FPV in der Praxis funktionieren

Gleichzeitig sei die Technologie des Anbringens von FPV-Drone an Kampfdrohnen, so der Berater, nicht neu: Die russischen Streitkräfte, wie er zuvor anmerkte, setzten ein solches Schema bereits seit mehr als einem Jahr ein. An einen gewöhnlichen „Schehed' oder „Gerbera' können zwei FPV-Drone montiert werden, die anschließend über ein LTE-Modem gesteuert werden. Die Effizienz einer solchen Lösung bleibe jedoch gering, weshalb selten auf sie zurückgegriffen werde: FPV verliere bei dieser Art des Einsatzes häufig die Verbindung oder die Steuerung und stürze infolgedessen ab.

Warum reaktive Geräte für ein solches Schema ungeeignet sind

Beskrestnow wies gesondert auf den grundlegenden Unterschied zwischen gewöhnlichen und reaktiven Drohnen hin. FPV-Drone, so seine Worte, würden gerade an gewöhnliche „Scheheds' montiert, da die hohe Geschwindigkeit eines reaktiven Geräts eine solche Konstruktion äußerst problematisch und unzuverlässig mache. Genau deshalb finde die Version des Starts von FPV von reaktiven „Scheheds' über Kiew, so die Einschätzung der Fachleute, keine faktische Bestätigung.

Widersprüchliche Daten

Im öffentlichen Diskurs entstehe ein scheinbarer Widerspruch: Einerseits behauptet „Flash' das Fehlen von Beweisen für die Verwendung von FPV von reaktiven „Scheheds', andererseits tauchen in offenen Meldungen Vorfälle auf, bei denen ein „Schehed' tatsächlich zusätzliche FPV-Drone trug. Das Missverständnis entsteht durch das Vermischen zweier verschiedener Gerätetypen. Der Präsidentenberater grenzt diese Fälle ausdrücklich voneinander ab: Der Abwurf von FPV wird von gewöhnlichen „Scheheds' registriert, während für reaktive Träger keine Beweise gefunden wurden. Somit widersprechen sich beide Positionen formal nicht, erfordern jedoch eine klare Abgrenzung der Drohnenarten, um keinen falschen Eindruck von einem einheitlichen Einsatzschema zu erwecken.

Kontext: Vorfall vom 2. September

Wir erinnern daran, dass am 2. September die Besatzung „Staf' der 158. separaten mechanisierten Brigade mit Hilfe des ukrainischen Abschneiders LITAVR einen russischen „Schehed' zerstörte, der an den Tragflächen zusätzliche FPV-Drone trug. Dieser Fall illustriert den realen, aber begrenzten Einsatz des FPV-Abwurfschemas von gewöhnlichen Kampfdrohnen und unterstreicht, warum es, so die Einschätzung von „Flash', verfrüht ist, von einer massenhaften oder reaktiven Variante einer solchen Taktik zu sprechen.