Bis Ende 2026 wird das Fleisch in der Ukraine den Analysten zufolge eine aufwärts gerichtete Preisentwicklung beibehalten, wobei das Schweinefleisch zum auffälligsten Treiber der Preiserhöhung werden wird. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Maxim Hopska, Leiter der Analytischen Abteilung des Ukrainischen Agrarwirtschaftsclubs (UKAB). Seinen Worten zufolge sind die Einkaufspreise für Schweine nach Lebendgewicht in den letzten Wochen im Vergleich zum Ende Juli gestiegen, und dieser Trend ist bereits deutlich im Einzelhandelspreis für Schweinefleisch zu erkennen.

Schweinefleisch: der Haupttreiber des Anstiegs

Derzeit kostet Schweinebrust in ukrainischen Geschäften im Durchschnitt 214,11 Hrywnja pro Kilogramm, und der Nacken – 349,92 Hrywnja. Dabei sieht Hopska derzeit keine Gründe für einen sprunghaften Anstieg der Schweinefleischpreise: „Der Markt bewegt sich derzeit allmählich nach oben, ohne Gründe für einen sprunghaften Anstieg. Auf den Preis wirken das Angebot an Lebendvieh, die Nachfrage der Verarbeiter und die Kosten der Produzenten ein.“ Das heißt, der Anstieg hat einen kumulativen Charakter und wird gleichzeitig durch mehrere Faktoren gebildet – von der Kosten des Lebendgewichts bis zu den Aufwendungen der Fleischverarbeitung.

Rindfleisch und Hähnchen: begrenztes Angebot und Anpassung an den Markt

Auf dem Rindfleischmarkt sieht die Situation etwas anders aus: Als Schlüsselfaktor nennt der Analyst das begrenzte Angebot an Vieh, zusätzlich drückt die Nachfrage der Exporteure auf die Preise. Der Durchschnittspreis für Rindfleisch in Supermärkten beträgt derzeit 437,63 Hrywnja pro Kilogramm. Einen sprunghaften Anstieg der Hähnchenpreise prognostiziert der Experte nicht, erwartet jedoch, dass sie allmählich zusammen mit Schweine- und Rindfleisch teurer werden: „Wenn der Gesamtpreis der Fleischprodukte steigt, spiegelt sich das allmählich auch im Hähnchenfleisch wider.“ Derzeit beträgt der Durchschnittspreis für Hähnchenfilet 219,33 Hrywnja pro Kilogramm, und für ganze Tiere – etwa 110 Hrywnja pro Kilogramm.

Allgemeiner Hintergrund: Es gibt keinen einheitlichen Trend zur Verteuerung aller Produkte

Wichtig ist, dass Fleisch nicht die einzige und nicht die universelle Geschichte des Anstiegs ist. Im August 2026 wurden die Lebensmittel insgesamt um 1,3 % günstiger, darunter Gemüse – um 18,3 % und Obst – um 12 % vor dem Hintergrund des aktiven Zustroms der neuen Ernte. Gleichzeitig sind die Lebensmittel von Januar bis August 2026 im Durchschnitt um 7,8 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres teurer geworden. Somit wird Fleisch, laut Prognose von Hopska, bis Ende des Jahres zu einer der Kategorien gehören, die den Anstieg der Kosten des Lebensmittelkorbs stützen, jedoch vor dem Hintergrund der saisonalen Preisreduzierung von Gemüse und Obst.

Widersprüchliche Daten

In den Schätzungen der Experten und Medien gibt es eine Diskrepanz in den erwarteten Tempi der Verteuerung. Einerseits weist Maxim Hopska (RBC-Ukraine) ausdrücklich auf ein gleichmäßiges, allmähliches Wachstum ohne Gründe für einen sprunghaften Anstieg hin. Andererseits wird in Veröffentlichungen von Wirtschafts- und Nachrichtenmedien (Delo, UNIAN) betont, dass der Import von Schweinefleisch die Verteuerung nicht mehr dämpft und „das beliebte Fleisch kann sprunghaft teurer werden“, was auf das Risiko einer schnelleren Preiserhöhung hinweist. Somit stimmen die Seiten in der Richtung des Trends (Anstieg) überein, unterscheiden sich jedoch in dessen Geschwindigkeit: von einer gesteuerten Erhöhung bis zu einer möglichen Beschleunigung vor dem Hintergrund des Mangels an importierten Rohstoffen und der steigenden Kosten.

Was weiter: Öl und Milchprodukte

Neben dem Fleisch wird bis Ende des Jahres eine Stabilisierung der Preise für Sonnenblumenöl (derzeit etwa 99 Hrywnja pro Liter) mit dem Zustrom der neuen Sonnenblumenernte erwartet, ohne wesentliche Preisreduzierung. Milchprodukte werden im Gegenteil im Herbst allmählich teurer, da die Produktion von Rohmilch saisonal zurückgeht, und können bis Ende des Jahres um 5–10 % teurer werden. Zusammen bestätigen diese Faktoren, dass die Fleisch- und Milchproduktekategorien im zweiten Halbjahr 2026 zu den Haupttreibern des Anstiegs des Lebensmittelkorbs gehören werden.