Mitte September 2026 zeigt sich auf dem ukrainischen Markt ein typisches saisonales Bild: Nach der sommerlichen Preisverbilligung der „traditionellen“ Gemüsesorten warnen Analysten, dass dieser Faktor allmählich an Kraft verliert. Maxim Hopska, Leiter der Analytischen Abteilung der Assoziation „Ukrainischer Club für Agrargeschäft“ (Ukrainian Club of Agribusiness, UKAB), erklärte gegenüber RBC-Ukraine, dass der Preisschwund im August ein logisches Ergebnis des aktiven Zustroms der neuen Ernte war, die Dynamik sich jedoch mit dem Einbruch des Herbstes deutlich verändern könnte. Der Experte betonte, dass ein Teil der Freilandprodukte den Markt bereits verlassen habe und Lagergemüse in die Speicher übergehe, was die Lagerung zu einem der Schlüsselfaktoren bei der Preisbildung in der Herbst- und Winterzeit mache.
Saisonale Preisverbilligung als Marktgewohnheit
Laut Hopska war der Preisschwund bei einigen Gemüsekulturen im August keine Anomalie, sondern spiegelte den natürlichen Marktmechanismus wider: Der massive Zustrom der neuen Ernte erhöhte das Angebot und drückte die Preise. Dieser Effekt werde, so die Einschätzung des Analysten, mit dem Ende der Hauptphase des Freilandanbaus allmählich nachlassen. Wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage stabil bleibt, sei eine Preiskorrektur in die entgegengesetzte Richtung zu erwarten – genau dieses Szenario, so der Experte, sei in die Herbst- und Winterdynamik eingepreist.
Aktuelle Preise des „Borschtsch-Sets“ laut Portal des Finanzministeriums
Den Angaben des Portals „Minfin“ zufolge sehen die Preise der wichtigsten Gemüsesorten des „Borschtsch-Sets“ Mitte September wie folgt aus. Tomaten werden im Durchschnitt zu 51,55 Hrywnja pro Kilogramm verkauft, was 24,76 % günstiger ist als im August. Paprika kostet 143,33 Hrywnja pro Kilogramm – der Gemüsetyp wurde im Monat 9,40 % günstiger. Gurken werden dagegen im Durchschnitt zu 42,99 Hrywnja pro Kilogramm verkauft, was 0,54 % teurer ist als im August. Insgesamt dominiert bei den Basiskulturen der Trend zur Preisverbilligung, jedoch ungleichmäßig: Gurken zeigen bereits die ersten Anzeichen einer saisonalen Preiserhöhung.
Was im Herbst und Winter passiert: Die Rolle von Lagerung, Gewächshäusern und Import
Hopska prognostiziert, dass die saisonale Preiserhöhung gerade bei Tomaten, Gurken und Paprika am deutlichsten ausfallen könnte, da das Angebot dieser Gemüsesorten nach Abschluss der Hauptphase des Freilandanbaus sinken werde. Ein Teil der Nachfrage werde, so seine Einschätzung, durch Gewächshausprodukte und Importe gedeckt, was den Preisanstieg glättet, aber nicht aufhebt. Der Analyst fasste zusammen, dass der Effekt der neuen Ernte im Herbst allmählich nachlassen werde, es jedoch derzeit keine Grundlage für die Rede von einem allgemeinen Gemüseengpass gebe. Der Markt gehe somit von einer Phase des Überflusses in eine Phase der saisonalen Regulierung über, in der die Lagerbedingungen, die Gewächshausproduktion und die Importströme zu den Schlüsselvariablen werden.