Die Handelsgruppe Fozzy Group, die die Einzelhandelsketten «Sillpo», «Fora», «Thrash! Траш!» und Fozzy betreibt, hat eine Reihe harter Maßnahmen zur Senkung der Unternehmensausgaben angekündigt. In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter teilte das Unternehmen mit, dass es auf die für den Herbst geplante Gehaltsanpassung vollständig verzichtet, die Prämien für das dritte und vierte Quartal streicht und die Besetzung offener Stellen vorübergehend aussetzt. Ab dem 1. Oktober 2026 muss der Einzelhändler zudem das freiwillige Krankenversicherungsprogramm für seine Mitarbeiter aussetzen.
Einsparmaßnahmen und ihr Umfang
Insgesamt handelt es sich bei den angekündigten Schritten um eine systematische und nicht nur punktuelle Kürzung der Ausgaben: betroffen sind sowohl der Lohnkostenblock (Prämien, Indexierung) als auch die Personalpolitik (Einstellstopp) und die Sozialleistungen (Krankenversicherung). Das Unternehmen betont, dass solche Entscheidungen vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten und der Notwendigkeit getroffen werden, die Lieferketten neu aufzubauen, was die Kürzung der diskretionären Ausgaben zu einer erzwungenen Maßnahme zur Wahrung der finanziellen Stabilität des Unternehmens macht.
Ursache – Angriffe auf die Logistikinfrastruktur
Der direkte Auslöser waren erhebliche Verluste durch feindliche Beschuss. In der Nacht vom 27. auf den 28. August wurden infolge eines russischen Angriffs der Fozzy-Hypermarkt und Produktionsstätten in Wischnjewo beschädigt. Insgesamt wurden im August laut Unternehmensangaben 10 Verteilzentren beschädigt, die die Ketten «Sillpo», «Fora», «Thrash! Траш!» und Fozzy belieferten, und ein Raketenangriff zerstörte den Supermarkt «Сільпо» in Krywoschih komplett. „Wir haben einen Teil unserer Logistik- und Produktionsinfrastruktur sowie Warenbestände verloren. Gleichzeitig sind die Logistikkosten deutlich gestiegen, da wir die Routen schnell umstellen und die Lieferketten wiederherstellen mussten“, erläuterte die Pressestelle der Gruppe.
Auswirkung auf den Marktplatz Maudau
Die Folgen der Angriffe auf die Logistikobjekte spiegelten sich auch in einer anderen Struktur des Konzerns wider. Der Marktplatz Maudau, der zur Fozzy Group gehört, kündigte eine teilweise Personaloptimierung an und begründete die Entscheidung mit denselben Gründen – den Angriffen auf die Lagerinfrastruktur. Die wirtschaftlichen Maßnahmen betreffen somit mehrere Geschäftsbereiche der Gruppe und nicht nur die Einzelhandelskette.
Position des Managements: Die Maßnahmen sind nicht unbefristet
Fozzy Group betont, dass die getroffenen Maßnahmen erzwungen sind und keinen unbefristeten Charakter haben. Als wichtigster operativer Priorität für die aktuelle Phase wird die vollständige Stabilisierung der Warenlieferungen in die Filialen genannt, während das Unternehmen parallel alle internen Ausgaben überprüft. „Das sind schwierige Entscheidungen, zu denen wir aufgrund des Umfangs der Verluste nach den russischen Angriffen gezwungen waren. Sie sind nicht unbefristet. Wenn wir die finanziellen Ergebnisse und Geldflüsse klarer einschätzen können, werden wir diese Einschränkungen überprüfen“, fasste das Unternehmen zusammen und versprach, die Frage der Zahlungen und die Wiederaufnahme der Programme sofort nach Stabilisierung der Finanzkennzahlen wieder aufzugreifen. Exakte Geldschätzungen der Verluste werden in öffentlichen Quellen nicht offengelegt, was einen Teil des Bildes außerhalb des öffentlichen Zugangs belässt.