Der Krieg in der Ukraine ist in eine neue Phase eingetreten, in der Technologien eine Schlüsselrolle spielen. Ukrainische Kampfdrohnen mittlerer Reichweite haben Operationen gestartet, die Militärexperten als „freie Jagd“ bezeichnen. Nun sind russische Versorgungsrouten, die zuvor als sicher galten, in einem Radius von hunderten Kilometern hinter der Frontlinie bedroht.
Laut Informationen des Magazins Business Insider, auf die sich RBC-Ukraine berief, macht die neue Taktik die Hinterland-Verbindungen der Besatzungstruppen verwundbar. Dies verändert die logistische Situation für die russische Armee grundlegend.
Technologischer Durchbruch: Von Starlink bis zum „Chaos“ im Hinterland
Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg war die Integration von Satelliteninternet. Dmytro Zhluktenko, ehemaliger Drohnenoperator und Analyst für Kampferfahrung des 413. Drohnensystems-Regiments RAID (Rufname „Libre“), enthüllte Details des neuen Schemas. Die Operatoren installieren Starlink-Terminals an den Drohnen, was eine stabile Verbindung über enorme Entfernungen gewährleistet.
„Dies ermöglicht es, die Drohne auf kritisch wichtige Autobahnen zu bringen, wo die freie Jagd beginnt“, sagte Zhluktenko.据 ihm zufolge erzeugen die Operatoren Chaos bis zu einer Tiefe von 100 Kilometern im Hinterland des Gegners. Aufgrund der Überlastung der Straßen mit Militärfahrzeugen wird das Auffinden eines Ziels zum Kinderspiel.
Obwohl dies keinen 100-prozentigen Treffer garantiert, wird das bloße Vorhandensein in dieser Zone für die russischen Truppen tödlich gefährlich.
Die schwache Stelle in der russischen Verteidigung
Die neuen Drohnen füllen eine taktische Lücke und treffen Ziele im Bereich von 20 bis 300 Kilometern hinter der Frontlinie. In dieser Zone befinden sich Lagerhäuser, Verkehrsknotenpunkte und Kommandozentralen, deren Ausfall die Versorgung der Einheiten an der Front lähmt.
Laut dem Analysten verfügt Russland über kein leistungsfähiges Verteidigungssystem speziell in dieser „mittleren Zone“. Die Besatzer können keine signifikante Menge an Luftabwehrsystemen dorthin verlegen, da diese bereits unter Druck an anderen Fronten stehen. Westliche Militärexperten stellen fest, dass Kampagnen ukrainischer Angriffe das russische Luftabwehrsystem bereits erheblich geschwächt haben.
Selbst wenn Russland versuchen sollte, Abfangdrohnen einzusetzen, würde der Schutz eines so riesigen Gebiets enorme Ressourcen erfordern. „Wir erweitern einfach ihre Gefahrenzone“, fasst Zhluktenko zusammen.
Neue Angriffsvektoren: Meer und Luft
Ukrainische Einheiten erweitern weiterhin die Fähigkeiten von unbemannten Systemen in verschiedenen Bereichen. Ein markantes Beispiel war das Ereignis am 20. Juli, als Marinesoldaten erstmals FPV-Drohnen einsetzten, die von unbemannten Barracuda-Katapulten gestartet wurden. Der Angriff richtete sich gegen die Positionen der Besatzer in der Nähe des Eisenhafens in der Region Cherson.
Obwohl eines der Boote durch „Lancet“-Munition zerstört wurde, führten die anderen die Mission erfolgreich durch und fügten der feindlichen Logistik und Technik Schaden zu.
Gleichzeitig entwickeln sich auch die Luftfahrttechnologien. Das ukrainische Verteidigungsministerium berichtete von Tests einer neuen Klasse gelenkter Munition namens Firefly. Diese Munition wird von Bombendrohnen aus einer Höhe von bis zu 800 Metern abgeworfen. Ihr Hauptvorteil ist die Fähigkeit, die Flugbahn selbstständig zu korrigieren und eine hohe Präzision auch bei aktiver feindlicher elektronischer Kriegsführung aufrechtzuerhalten.