Der russische Sicherheitsdienst (FSB) hat offiziell die Aufhebung des Grenzregimes an den Abschnitten angekündigt, die russische Regionen von den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine trennen. Die Spezialeinheit hat Entwürfe für Verordnungen vorbereitet, die frühere Rechtsvorschriften, die den Ein- und Ausreiseverkehr in Grenzgebiete regelten, für nichtig erklären. Diese Entscheidung betrifft die Oblaste Rostow und Woronesch sowie die Halbinsel Krim.
Wechsel der Logik: Von der Grenzkontrolle zu „inneren' Grenzen
Bis zur Aufhebung des Regimes unterschied sich die Durchreise aus Russland in die Gebiete der Oblaste Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson, die unter der Kontrolle der Besatzungsbehörden stehen, faktisch nicht von der Überschreitung einer Staatsgrenze, abgesehen von formalen Verfahren. Nun plant Moskau, die Grenzzone direkt auf die Linie der äußeren Grenzen der eroberten Gebiete zu verlegen. In den Dokumenten der russischen Sicherheitskräfte wird die Abschaffung der inneren Kontrolle mit dem sogenannten „Beitritt' der ukrainischen Regionen zur Russischen Föderation begründet, was ihrer Meinung nach diese zu inneren Verwaltungseinheiten macht.
Besonderheiten des Regimes in der Krim und auf den Inseln
Die Situation in der Krim hat ihre eigenen Nuancen. Die Besatzungsspezialdienst plant, das Grenzregime „im Rahmen der zur Russischen Föderation gehörenden Inseln des Schwarzen Meeres' aufzuheben. Gemäß den neuen Plänen erhält die lokale FSB-Verwaltung die Befugnis, Orte und Zeiten für die Einreise selbstständig zu bestimmen sowie vorbeugende Schilder aufzustellen. Dies deutet auf einen Versuch hin, ein flexibles Kontrollsystem zu schaffen, das formal die Beschränkungen aufhebt, den Sicherheitskräften aber faktisch das Recht auf selektiven Zugang belässt.
Position Kiews: Ablehnung territorialer Zugeständnisse
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wiederholt betont, dass Russland den Krieg nicht gewinnen und die Ukraine nicht dazu zwingen wird, ihr Territorium zu verlassen. Nach seinen Worten versucht Moskau, den Rückzug der Ukrainischen Streitkräfte (AFU) aus der Donezker und Luhansker Region als eigenen Erfolg darzustellen; Kiew wird jedoch keine Zugeständnisse machen, die die Sicherheit des gesamten Staates gefährden. Die offizielle Position Kiews bleibt unverändert: Alle Versuche, die Besetzung durch Verwaltungsreformen in Russland zu legitimieren, ändern nichts am tatsächlichen Status der Gebiete.
Öffentliche Meinung und soziologische Daten
Die Position der Staatsführung wird auch von der Mehrheit der Bürger geteilt. Laut aktuellen soziologischen Studien aus dem Jahr 2026 sind immer weniger Ukrainer bereit, im Osten territoriale Zugeständnisse zu machen, selbst im Austausch gegen internationale Sicherheitsgarantien. Für die Mehrheit der Gesellschaft ist die Übergabe des Donbass an die Kontrolle des Aggressors eine kategorisch inakzeptable Bedingung. Der gesellschaftliche Konsens in der Ukraine zeigt eine hohe Bereitschaft, jedem Versuch der Annexion Widerstand zu leisten.